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16. März 2010
Strukturreform wird eine Aufgabe der neuen Räte
Die Katholiken haben neue Pfarrrgemeinderäte gewählt / In March und Merdingen höhere Wahlbeteiligung als in Gottenheim.
BREISGAU. Die Katholiken haben am Wochenende ihre Pfarrgemeinderäte gewählt, zum letzten Mal. Denn mit der angestrebten neuen Reform der erst im vergangenen Jahrzehnt geschaffenen Seelsorgeeinheiten wird es 2015 keine Pfarrgemeinderäte mehr geben. Dann soll es gewählte Vertretungen der Kirchenmitglieder nur noch auf der Ebene der dann vergrößerten Seelsorgeeinheiten geben, nicht mehr in den einzelnen Pfarreien. Die Aussicht auf diese von der Erzdiözese geplante Reform, aber auch die aktuellen Debatten um sexuellen Missbrauch in kirchlichen Schulen könnten die Wahlbeteiligung drücken, das war im Vorfeld der Wahl befürchtet worden. Doch in einigen Pfarrgemeinden ist die Wahlbeteiligung sogar gestiegen. "Gerade im Hinblick auf die strukturellen Veränderungen der Seelsorgeeinheiten konnten wird doch viele Gemeindemitglieder überzeugen, dass es wichtig ist, die Pfarrgemeinderäte zu stärken", erklärte Pfarrer Josef Moosmann, Leiter der Seelsorgeeinheit Merdingen, dazu. Hier stünden ja bald Verhandlungen über die geplante Fusion mit der Seelsorgeeinheit Breisach an. Auch wenn es manchen Frust über diese Pläne und damit verbundene Arbeit gebe – Moosmann: "es wird immer mehr auf die Ehrenamtlichen abgeschoben" – so habe man doch vermitteln können, dass Resignation nichts bringe. Darum hätten viele Kirchenmitglieder ganz bewusst gewählt. So stieg in Merdingen die Wahlbeteiligung um rund fünf Prozentpunkte auf fast 35 Prozent. In den zur Seelsorgeeinheit gehörenden Pfarreien Nieder- und Oberrimsingen lag die Wahlbeteiligung um 25 Prozent, in Wasenweiler mit Ihringen aber nur bei gut 13 Prozent.
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In der Seelsorgeeinheit March gingen mehr als 20 Prozent der Katholiken zur Wahl. Die Wahlbeteiligung war hier nach Einschätzung von Pfarrer Thomas Schwarz stabil geblieben. Dagegen waren es in der Seelsorgeeinheit Gottenheim keine 16 Prozent. Hier gibt es bereits einen einzigen Pfarrgemeinderat, in den vier Teilorten konnten die Kirchenmitglieder jeweils einen Teil des Ratsgremiums wählen. March und Gottenheim erwartet mit Blick auf 2015 eine Zusammenlegung ihrer Seelsorgeeinheiten.
Dort, wo mehr Kandidaten als zu besetzende Plätze angetreten waren, gibt es Nachrücker. Diese können von den neuen Pfarrgemeinderäten, die sich alle bis Mitte April konstituieren werden, auch in die Ratsgremien einberufen werden. In Umkirch, wo vier Sitze zu vergeben waren, gab es nur drei Kandidaten. Hier gab es auch Stimmen für nicht kandidierende Bürger, die nun der Reihe nach befragt werden, ob sie das freie Mandat übernehmen wollen.
Die Ergebnisse im Einzelnen, die Namen in der Rangfolge der Stimmen:
Seelsorgeeinheit Gottenheim Wahlbeteiligung 15,8% 14 Räte. Gewählt in Gottenheim, Wahlbeteiligung 16,1 Prozent: Ralf Melcher, Peter Maier, Karin Huber, Franziska Knapp. Umkirch, Wahlbeteiligung 14,5 %, gewählt Thomas Wissler, Andrea Vater, Cornelia Scholz, ein Mandat offen. Bötzingen, 17,8% Wahlbeteiligung, gewählt Martina Grün, Andreas Braun, Bernhard Maier, Wolfgang Schill; zwei Nachrückerinnen. Eichstetten 13,5% Wahlbeteiligung, gewählt Mechthild Rühe und Klaus Skorski; eine Nachrückerin.
Seelsorgeeinheit March, Pfarrgemeinde Hugstetten/Buchheim, aus Hugstetten, Wahlbeteiligung 19,7% gewählt 8 Räte: Adalbert Gantner, Ingrid Hunn, Gertrud Armbruster, Mathias Braun, Hedwig Meisel, Klaus Köbele, Ulrike Dieterle, Reinhard Burs; drei Nachrücker. Aus Buchheim, Wahlbeteiligung 18,1%, gewählt 6 Räte: Markus Geppert, Dagmar Braun, Marin Schmeisser, Elisabeth Erschig, Stefan Ludwig, Maria Auer; drei Nachrücker. Holzhausen, Wahlbeteiligung 25,3 Prozent, gewählt 10 Räte: Rita Fürderer, Gerlinde Rombach, Werner Heidiri, Raimund Gier, Christine Fehrenbach, Kurt Fehrenbach, Patricia Hilzinger, Christine Schinzig, Handirk von Ungern-Sternberg, Rudolf Saier; ein Nachrücker Neuershausen, Wahlbeteiligung 24,3%, gewählt 8 Räte: Monika Kretsch, Gabriele Tritsch, Otto Hornstein, Ulrike Ketterer, Ulrika Dreher, Anna Häringer, Elisabeth von Schwerin, Isabelle Marschall von Bieberstein.
Merdingen Wahlbeteiligung 34,9%, gewählt 8 Räte: Isolde Selinger, Josef Hintereck, Marietta Menner, Karin Wiedensohler, Benno Hodapp, Xaver Bärmann, Patrick Imbery und Anton Belledin; ein Nachrücker.
Autor: Manfred Frietsch
