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26. August 2010 18:17 Uhr
Gottenheim
Tonnenschwere Millimeterarbeit
Einen Tag und eine halbe Nacht geht es auf der Baustelle der B 31 bei Gottenheim voll zur Sache: Seit Donnerstagmorgen werden sämtliche die Längsträger der künftigen Straßenbrücke über die Kaiserstuhlbahn, eine Landesstraße und einen Wirtschaftsweg aufgebaut
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Da schwebt sie ein, die 25-Tonnen-Last eines von fünf Brückenträgern, die parallel in jedem der vier Brückenfelder verlegt werden. Foto: Manfred Frietsch
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Justierung mit Seil und Handarbeit Foto: Manfred Frietsch
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Foto: Manfred Frietsch
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Alles muss genau sitzen Foto: Manfred Frietsch
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Auch am anderen Ende des Brückenträgers ist exaktes Einpassen gefordert Foto: Manfred Frietsch
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Hoch in der Luft schweben25 Tonnen Spannbeton Foto: Manfred Frietsch
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Das gibt noch Arbeit: Jede Menge Bewehrungseisen für den Aufbau des Unterbaus der Fahrbahn mit Beton Foto: Manfred Frietsch
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Der nächste von insgesamt 20 Längsträgern steht schon auf einem Spezialtieflader bereit. Foto: Manfred Frietsch
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Jeweils fünf nebeneinander verlegte Brückenträger bilden in allen vier Brückenfelder die Basis der Fahrbahn der künftigen B 31-Brücke Foto: Manfred Frietsch
Das ging aber schnell: Binnen nicht mal 18 Stunden wurden 20 schwere Brückenträger für das vorläufige Endstück der Bundesstraße 31 West neu bei Gottenheim auf die schon länger fertigen Brückenpfeiler aufgesetzt. Insgesamt über 400 Tonnen Spannbeton wurden von einer nicht mal zehnköpfigen Mannschaft passgenau verbaut. "Wir sind gut im Plan" zeigte sich Heinrich Grumber vom Baureferat des Regierungspräsidiums mit den Arbeiten zufrieden, die er zusammen mit seinem ständig entlang der ganzen B 31-Baustellen präsenten Kollegen Manfred Meier verfolgte.
Pendler, die morgens mit der Kaiserstuhlbahn mitten durch die Baustelle oder mit dem Auto unmittelbar an ihr vorbei fuhren, staunten bei der Heimfahrt am Feierabend nicht schlecht: Plötzlich zeigte das seit Monaten in Fragmenten links und rechts der Bahnlinie emporgewachsene Bauwerk die unverkennbare Gestalt einer Brücke. Noch am Abend konnte auch das letzte, direkt über der Bahnlinie verlaufende Brückenfeld mit fünf parallel liegenden Brückenträgern geschlossen werden.Die Fahrt keines einzigen Zuges zwischen Gottenheim und Bötzingen sollte deshalb ausfallen oder auch nur unterbrochen werden – und das obwohl am Abend fünfmal jeweils satte 25 Tonnen über den Gleisen am Haken des gewaltigen Hubkrans schwebten. Denn akribisch hatte das Bauteam der Lahrer Firma Vogelbau, der Kranführer der Firma MSG und die Fahrer der Spezialtieflader der Firma Gutmann den Ablauf der Arbeiten geplant – und war dann sogar noch schneller. Die 20 Minuten Lücke zwischen zwei die Baustelle passierendenZügen reichte, um jeweils einen der 16 Meter langen fünf Träger in dem direkt über dem Gleis verlaufenden Brückenfeld zu verlegen. Man musste damit doch nicht auf den späteren Abend warten, an dem das Zeitfenster jeweils gut 40 Minuten betragen hätte.
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So war es auch den ganzen Tag, von morgens sieben Uhr an, gegangen. Der dunkelblaue Hubkran und der erste gelbe Tieflader mit dem ersten Träger hatten schon am Mittwoch fertig Position bezogen. Dann ging es Schlag auf Schlag. Schon am frühen Vormittag waren alle fünf jeweils 13,5 Meter langen und fast 20 Tonnen schweren Träger des ersten Brückenfeldes, westlich der Bahnlinie, an Ort und Stelle. Sie stellen die Verbindung zwischen der westlichen Abschlussrampe der Brücke und der letzten Reihe aus drei Tragpfeilern her. Unter diesem Brückenfeld wird einmal der Rad- und Wirtschaftsweg verlaufen, der entlang der Bahnlinie, auf ihrer westlichen Seite, Gottenheim und Bötzingen verbinden soll.
Danach setzte der schwere Hubkran um und bezog östlich der Bahnlinie neu Position – ein Manöver, das über zwei Stunden in Anspruch nahm. Es war aber genauso sorgfältig eingeplant worden wie die Anlieferung der Träger mit den Tiefladern, die jeweils, von Lahr kommend, im Bötzinger Gewerbegebiet in Wartestellung fuhren, bevor sie dann zum Abladen in die Baustelle selbst einrückten.
Von seinem neuen Standplatz konnte der Hubkran dann, bis in die Nacht hinein, die 15 übrigen Träger der anderen drei Brückenfelder verlegen. Hierbei war akribische Feinarbeit angesagt. Jeweils an beiden Enden des Brückenträgers standen zwei Mann, um die Träger exakt aufzusetzen. Mit den Händen lotsten sie die noch am Hubkran hängenden Schwergewichte millimetergenau auf die Stützkonstruktion der Pfeiler.
Die Träger wurden vor wenigen Wochen maßgenau gefertigt. Im Kern haben sie zwischen 27 und 38 Spannlitzen, die jeweils aus sieben Drähten geflochten sind und die beim Gießen der Träger mit Beton unter einer Längsspannung von 12 Tonnen standen. Jetzt sind die Träger leicht nach oben gewölbt. Sie werden sich aber in die Horizontale senken, wenn auf ihnen, und in den Querriegeln zwischen den drei Brückenfeldern, der Unterbau der Fahrbahn in Beton gegossen wird.
Noch im September wird nur 200 Meter südlich auch die zweite Brücke aufgeschlagen, für die Querung der Landstraße über die Gleise der Kaiserstuhlbahn. Diese Brücke wird zwar schmäler als bei der Bundesstraße ausfallen. Aber ihre Brückenfelder sind zum Teil länger. Dann wird der Kran sogar 28 Meter lange und bis zu 50 Tonnen schwere Längsträger an den Haken nehmen müssen.
Autor: Manfred Frietsch


