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19. Januar 2012
Unterm Zelt wird närrisch gefeiert
Gottenheimer Fasnet startet mit gleich zwei Jubiläumsumzügen.
GOTTENHEIM. Magie, große Gefühle und Staunen ohne Ende – aus diesem Stoff werde die Gottenheimer Fasnet gemacht, so verspricht die Narrenzunft Krutstorze. Ab Samstagabend soll dieses Versprechen für die teilnehmenden Narren erfüllt werden. Denn dann startet ein Fackelumzug, dem ein großes Festival der Guggemusiken in der Zeltlandschaft folgen soll, die derzeit auf dem Bolzplatz errichtet wird.
Noch ist der Stoff, in dem die Fasnet gemacht werden soll, pickelhart gefroren. Der anhaltende Frost hat die großen Zeltplanen aus Kunststoff und Gummi noch widerspenstiger gemacht, als sie ohnehin schon sind. Doch die Männer, die seit Montag dabei sind, das große runde Zirkuszelt und das benachbarte rechteckige Gastrozelt aufzuschlagen, haben Erfahrung. Es ist das dritte Mal in Folge, dass sich die Gottenheimer Narren an die ganz große Nummer wagen und ihre Veranstaltungen so professionell aufziehen. "Wir lernen jedes Jahr dazu, was wir noch besser machen können" meint Lothar Schlatter, Chef der Narrenzunft, die in diesem Jahr ihr 60-jähriges Bestehen feiert. Die Vorbereitungen dafür haben schon kurz nach der letzten Fasnet 2011 begonnen.Werbung
Richtig hingelangt wird seit Montag. Carsten Klotz ist der Kopf der Gruppe, die den Zeltaufbau besorgt. Im Schnitt sind acht Mann am schaffen, darunter zwei Mitarbeiter der Firma Bossert aus Pirmasens, welche die Zelte liefert. Die anderen sind ehrenamtlich im Einsatz, wie Carsten Klotz auch. Der Marcher hat eine Woche Urlaub geopfert – aber wenn die Gottemer Fasnet ruft, geht es ihm wie Dutzenden Anderen: Dabei sind und Anpacken sind Ehrensache. Und angepackt werden muss, wenn beispielsweise dem gefrorenen Boden die Löcher abgetrotzt werden müssen, in denen die Masten und Stützen der beiden Zelte gesetzt und mit tiefen Erdnägeln verankert werden. Wie gut, dass das Vereinsheim direkt daneben steht, wo man sich aufwärmen kann und die Frauen der Narrenzunft dafür sorgen, dass die verbrauchten Kalorien wieder aufgefüllt werden. "Nachmittags kommen noch mehr Leute aus dem Dorf und Schüler dazu, um zu helfen" berichtet Carsten Klotz.
Das Zirkuszelt bekommt einen Holzboden, es gibt eine Bühne und einige Sitzecken. Hier wird dann die Musik spielen, auch wörtlich, außerdem gibt es Getränketheken. Im davor stehenden Gastrozelt wird bewirtet, hier kann man auch ein wenig Luft schnappen uns die Ohren abkühlen lassen, wenn im Zirkuszelt die närrische Stimmung gen Siedepunkt steigt. Und gleich vier Sanitärcontainer werden aufgestellt.
Allein am Samstag und in der Nacht zum Sonntag sind zwei Schichten mit je 70 Helfern ehrenamtlich im Einsatz, viele davon Freunde aus anderen Vereinen und Nachbarorten, wie Lothar Schlatter betont. Auch die derzeit 109 Mitglieder zählende Zunft, davon 48 Kinder, hat viele Mitglieder aus dem Umland. Zudem haben die Krutstorze eine Sicherheitsfirma engagiert, um jederzeit die nötige Ordnung gewährleisten zu können.
Los geht das närrische Programm am Samstag, 21. Januar, um 18.33 Uhr. Dann zieht ein Fackelumzug mit 78 Gruppen durchs Dorf. Darunter sind auch 19 Guggemusiken, die danach im Zirkuszelt närrisch aufspielen werden. Einlass gibt es erst ab 18 Jahren. Am Sonntag dann öffnet das Gastrozelt ab 11 Uhr, schließlich gilt es auch, die rund 250 in der Schule übernachtenden auswärtigen Gäste zu bewirten. Nach dem Zunftmeisterempfang öffnet um 12 Uhr auch das Zirkuszelt, bevor dann um 13.30 Uhr der Jubiläumsumzug mit 104 teilnehmenden Gruppen startet. Nach Umzugsende wird weiter gefeiert – natürlich in den beiden Zelten.
Autor: Manfred Frietsch


