Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.
21. Januar 2010
Warten auf neue Schutzgebietsgrenze
Gottenheimer Gewerbegebietserweiterung hängt noch an Verlegung von Landschaftsschutzgebiet / Ausgleich mit Waldflächen
GOTTENHEIM. Einstimmig wägten die Mitglieder des Gemeinderates am Montagabend die in der Offenlage zum Bebauungsplan "Viehweid, Gewerbe und Sport" eingegangenen Stellungnahmen und Anregungen ab und beschlossen kleine Änderungen. Da die beantragte Verschiebung der Grenze des Landschaftsschutzgebiet "Dreisamniederung" noch aussteht, wurde der Satzungsbeschluss zurück gestellt.
"Sie sind mit dem Bebauungsplan in einen Wald gegangen, der fast alles an Schutzgebietscharakter besitzt, was es gibt. Dafür sind sie sehr gut weggekommen", meinte Grünplaner Michael Glaser nach dem Abschluss der Beratungen. Wohl auch, wie der Planer in seinem Umweltbericht feststellt, weil "der Bebauungsplan dem Planungsgrundsatz eines möglichst sparsamen Umgangs mit Grund und Boden bestmöglich nachkommt". Auch Bürgermeister Volker Kieber betonte, dass man nach nun ein gutes und tragfähiges Konzept sowohl für die Firma Metallverwertung (MVG) als auch für die Sportanlagen habe.Schon zu Beginn der Sitzung hatte Kieber erklärt, dass der Gemeindeverwaltungsverband im Februar noch die Änderung des Flächennutzungsplanes beschließen müsse. Die dafür beantragte Verlegung der Landschaftsschutzgebietsgrenze direkt an die neue B 31 werde noch vom Landratsamt bearbeitet. Hier sei man noch bei der Abwägung der in der Offenlage eingegangenen Anregungen. Nach der Abstimmung zur Abwägung während der Offenlage eingegangenen Stellungnahmen bestehe aber Baurecht, erläuterte Kieber.
Werbung
Gemeinsam mit Stadtplaner Ulrich Ruppel und Grünplaner Glaser waren die Räte diese Stellungnahmen zum 6,2 Hektar umfassenden Bebauungsplan durchgegangen. 2,64 Hektar des Geländes sind dabei für die MVG vorgesehen. Die meisten Einwände kamen aus dem Bereich Naturschutz. So hatte der Vorsitzende der BUND-Ortsgruppe, Joachim Bammert, viele Stunden im Rathaus die Akten eingesehen, laut Kieber als einziger Bürger überhaupt. Bammert vermisste in seiner Stellungnahme eine eingehendere Untersuchung der Vegetation im betroffenen 0,67 Hektar großen Waldstück. Außerdem entdeckte er eine falsche Zahlenangabe, empfand die neue Grenze des Landschaftsschutzgebietes als widersprüchlich dargestellt und bemängelte, dass durch Aufforstung Grünland verloren gehe. Dennoch erkannte er die Notwendigkeit des Bauvorhabens an und stimmte "unter der Bedingung der erwähnten Vorsichts- und Ausgleichsmaßnahmen" zu.
Weitere kleinere Änderungen wurden noch im Bereich der als Ausgleich zu pflanzenden Baumarten vorgenommen, außerdem solle der Begriff "Bannwald" im Bezug auf das benachbarte 2,2 Hektar große Waldstück östlich des Sportplatzes, gestrichen werden. Vielmehr verpflichte sich die Gemeinde hierbei darauf, das Areal 60 Jahre lang nicht forstwirtschaftlich zu nutzen und den Wald für Vögel, Fledermäuse und Hirschkäfer attraktiver zu gestalten. Dies soll in einem zehnjährigen Programm überwacht werden, wozu ein Vertrag mit dem Land abgeschlossen werden soll. Ein weiterer Vertrag soll den Ausgleich in Form von Aufforstung auf einer Fläche nördlich der B 31 regeln, die bisher als Maisacker genutzt wird. Dieser Ausgleich sei in enger Abstimmung mit der Naturschutzbehörde vorgeschlagen worden, erläuterte Glaser.
Weitere Stellungnahmen betrafen den Unterbau des neuen MVG-Geländes, in dem laut Bürgermeister Kieber 3500 Kubikmeter Schutt des alten Freiburger Schlachthofs lägen. Hier gehe man mit den strengen Vorstellungen des Landratsamts in Bezug auf den Grundwasserabstand nicht konform, insbesondere da gleichartiges Material auch im Unterbau der B 31 verwendet worden sei.
Autor: Mario Schöneberg
