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30. April 2009

"Wir sind ja das Schaffen gewöhnt"

Theresia und Berthold Schmidle feiern goldene Hochzeit / Stets der Landwirtschaft verbunden

  1. In ihrem Zuhause, einem der ältesten Häuser Gottenheims, fühlt sich das Jubelpaar Theresia und Berthold Schmidle wohl. Foto: mario schöneberg

GOTTENHEIM (schö). Heimatverbunden und stets im Dorf engagiert waren und sind Theresia und Berthold Schmidle. Am heutigen Donnerstag kann das Paar in Gottenheim auf 50 gemeinsame Ehejahre zurückblicken und das Fest der goldenen Hochzeit feiern. "Berg und Tal kommen nicht zusammen, wohl aber die Leute", schmunzelt Theresia Schmidle. Schließlich stammt sie aus Siensbach im Elztal und hat an den Tuniberg geheiratet.

Geboren im Juni 1930 wuchs sie mit vier Geschwistern auf. Vater Friedrich Bannwarth arbeitete als Holzhauer und betrieb eine kleine Landwirtschaft. "Wir waren viel zu Fuß unterwegs, Sonntags liefen wir immer nach Waldkirch in die Kirche", erinnert sich die Jubilarin. Nach der Volksschule verdingte sie sich einige Jahre als Dienstmagd, bevor sie schließlich Berthold Schmidle kennen lernte. Eine Freundin war damals schon nach Gottenheim verheiratet und nahm sie mal mit an den Tuniberg. 1957 war das, Berthold Schmidle hatte eine Ausbildung auf der Landwirtschafsschule hinter sich und 1950 die Baumwart-Prüfung abgelegt. Gemeinsam mit seinem Bruder war er am Tuniberg aufgewachsen. Vater Franz-Xaver führte einen kleinen Bauernhof mit Reben, Obst und etwas Vieh. Der ebenfalls 1930 geborene Sohn Berthold übernahm später den Hof und führte ihn weiter. Bis zu acht Stück Milchvieh standen im Stall, aus dem Obst brannte Schmidle eigenen Schnaps.

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Noch heute wohnt das Paar in seinem Elternhaus, einem der ältesten Anwesen in Gottenheim. "Den Unterlagen nach ist das Haus mindestens 450 Jahre alt", erzählt Schmidle. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts beherbergte das Anwesen zudem das Gasthaus Sonne. Nach der Heirat 1959 bekam das Paar drei Kinder, zwei Mädchen, einen Sohn. Der Sohn führt noch heute den landwirtschaftlichen Betrieb im Nebenerwerb, seine Eltern helfen noch immer fleißig mit. "Das macht noch immer Spaß, außerdem sind wir ja das Schaffen gewöhnt", erzählt Schmidle.

Und er hat sich stets für seine Heimatgemeinde engagiert. Von 1955 bis 1967 war er Kommandant der örtlichen Feuerwehr und Mitglied des Gemeinderates, außerdem bis 1980 Musiker in Gottenheims Musikkapelle. Anlässlich des 125-Jährigen Jubiläums gründete der Musikverein eine Traditionskapelle und Schmidle ist seit dem wieder eifrig am Proben.

Theresia Schmidle engagierte sich mehr als ein Vierteljahrhundert bei den Bötzinger Landfrauen. Heute ist das Paar stolz auf sechs Enkel, immer noch täglich im Stall und in den Reben rührig. Gerne genießen beide ein Gläschen Wein zum Vespern, natürlich vom eigenen.

Autor: schö