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20. Januar 2011
Wissen unter die Leute bringen
Vortragsabend mit Joachim Bammert in Gottenheim.
GOTTENHEIM. Am morgigen Freitag findet um 19 Uhr ein Vortrags- und Gesprächsabend des "Kultur- und Bildungszentrums Gottenheim" statt. Im Vereinsheim neben der Schule geht es dabei um Persönlichkeiten, deren Gedenktage vergangenes Jahr gefeiert wurden, von Chopin bis zum ersten Kaiser von China. Den Abend richtet Joachim Bammert aus. Er leitet gleichzeitig die Gruppe "Kultur– und Bildungszentrum" innerhalb des Gottenheimer Bürgerengagements.
Die bekannteste der zahlreichen Gruppen des Bürgerengagements (BE) in Gottenheim ist wohl die BürgerScheune. Doch auch das Kultur- und Bildungszentrum, mit seinen drei Mitwirkenden gehört zu ihnen, wenn auch zu den kleinsten. Das läge auch daran, dass es keine festen Mitgliedschaften gebe, sagt Joachim Bammert, ihr Gründer.Sein Ziel sei es, eine Räumlichkeit einzurichten, in der Objekte, teilweise auch aus seinem Privatbesitz, ausgestellt werden können. Auch eine Bibliothek sowie ein Bildarchiv sollen darin untergebracht sein und allen Besuchern zur freien Verfügung stehen. Aus den gesammelten Materialien sollen auch, je nach aktuellem Anlass, Ausstellungen zusammengestellt werden können. Museum nenne er diese Einrichtung trotz aller Ähnlichkeiten nicht. Denn unter Museum verstünde man nur allzu oft eine alte, überholte Aufhäufung von Dingen. Das soll bei ihm nicht der Fall sein.
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Die Durchsetzung dieses Ziels sei bisher jedoch an der fehlenden Räumlichkeit gescheitert, klagt Joachim Bammert. Denn eine dauerhafte Ausstellung sei unmöglich, wenn der Raum dafür mit anderen Vereinen geteilt werden müsse.
Dennoch kann der 73-Jährige auf zwei Ausstellungen seiner BE-Gruppe zurückblicken. Die Letzte aus dem Jahr 2008 habe das Thema "Region der Mooswälder: Die Freiburger Bucht" gehabt und sei sehr groß gewesen. Sie habe sich sogar über drei Räume erstreckt und auch andere Gruppen, sogar der Lavori-Verlag Freiburg, seien daran beteiligt gewesen.
Für seinen jährlichen Vortragsabend "Rückschau auf Gedenkanlässe des vergangenen Jahres" im Januar sucht Bammert stets einige Jubiläen des Vorjahres aus und präsentiert sie in einer offenen Gesprächsrunde. Unter der Vielzahl von Jubiläen wähle er solche aus, bei denen noch nicht alle möglichen Seiten besprochen worden seien, erklärt Bammert. Selbst bei einer sehr bekannten Persönlichkeit würden neue Aspekte deren Lebens und Wirkens beleuchtet werden.
Am Freitagabend werden nun Konrad Zuse, der Erbauer des ersten programmgesteuerten Computers, der Musiker Frédéric Chopin, der Freiherr von Wessenberg und Qin Shi huang di, der sogenannte erste Kaiser von China, im Mittelpunkt stehen.
Eigentlich sei der Vortragsabend auf den Herbst des tatsächlichen Jubiläumsjahres angesetzt gewesen. Doch wegen der zahlreichen Vereinstermine im Herbst sei er auf Januar verlegt worden. Denn nur in dieser sogenannten Sauren-Gurken-Zeit hätte man für eine solche Veranstaltung Zeit. Gäste erwartet er aus der ganzen Region. Schon in den Vorjahren sei nur jeder fünfte Besucher aus Gottenheim gewesen.
Joachim Bammert kümmert sich nicht nur um die BE-Gruppe Kultur- und Bildungszentrum, auch die BE-Gruppe Naturschutz und die BUND-Ortsgruppe Gottenheim kann sich auf seine Arbeit stützen. Daneben ist er bei verschiedenen Kartierungen tätig und bietet nun schon seit etwa 20 Jahren Exkursionen an.
Es sind seine persönlichen Interessen, die den 73-Jährigen zu diesem vielfältigen Engagement motivieren. Geld verdienen könne er damit nämlich nicht. Gerade bei seinen Exkursionen seien die Preise so berechnet, dass sich die Unternehmung selbst trage. Bammert, der Mathematik und Biologie studierte und promovierte, lebt schon etwa 25 Jahren in Gottenheim. Das könne er im nächsten Jahr eigentlich auch als Jubiläum feiern, scherzt er.
Autor: Jenny Leonhard
