Wissenschaftler fühlen sich in Gottenheim zu Hause

Barbara Schmidt

Von Barbara Schmidt

Do, 12. November 2009

Gottenheim

Der zum zweiten Mal ausgerichtete fachübergreifende internationale Kongress lockt noch mehr Teilnehmer an den Tuniberg

GOTTENHEIM (bas). Schon zum zweiten Mal ist Gottenheim dieser Tage wieder Veranstaltungsort einer internationalen Konferenz. 140 Wissenschaftler von allen fünf Kontinenten halten hier bis einschließlich Freitag ihre "European Conference for Academic Disciplines" ab. Tagungsorte sind das Feuerwehrhaus an der Bahnhofstraße und die Turnhalle der Schule.

Zum ersten Mal nutzen die Professoren, Universitätsdozenten und Hochschulabsolventen für ihre Vorträge auch die Halle. Immerhin sind es dieses Mal noch mehr als bei dem mit 125 Teilnehmern schon gut besuchten ersten Wissenschaftlertreffen im vergangenen Jahr. Gottenheim sei gewissermaßen ein Selbstläufer, berichtete der Koordinator Joseph Bonnici. Sie müssten diese Konferenz weniger bewerben als andere, führte er aus.

Der Marketing-Professor von der Central Connecticut State University organisiert die Konferenz im Auftrag der US-amerikanischen Zeitschrift "International Journal of Arts und Sciences". Sie ist die erste von insgesamt acht Tagungen, die das interdisziplinäre Arbeiten, also über die Fächergrenzen hinweg, fördern sollen. Darüber hinaus soll bei den Teilnehmern ein Interesse für Studienprogramme im Ausland geweckt werden. Viel zu wenige seiner Landsleute reisten ins Ausland, viele hätten nicht mal einen Reisepass, bedauerte Bonnici.

Zum fünftägigen Programm gehören daher auch Ausflüge ins Elsass sowie nach Basel, Karlsruhe und Freiburg. So lernten die Dozenten Orte kennen, an die sie mit ihren Studenten zurückkehren könnten, begründete Bonnici das im Vergleich zur ersten Konferenz erweiterte Ausflugsprogramm.

Ein weiteres Thema der Tagung ist die vor 20 Jahren begründete Europäische Konföderation der Oberrheinischen Universitäten (Eucor). Am Montag informierte Bernd Finger von der Freiburger Albert-Ludwigs-Universität die Teilnehmer über die Eucor-Region und Forschungsprogramme in Baden-Württemberg.

Dass Gottenheim so nahe an Frankreich und der Schweiz liegt, macht es für die Besucher aus Malaysia, Australien, China, Oman, Bahrain, Indien, Nigeria, Südafrika, Iran, Russland, Georgien, der Türkei oder den USA besonders reizvoll. Wichtig sei aber auch die menschliche Dimension, betonte Bonnici und lobte die Unterstützung durch Bürgermeister Volker Kieber, der zugleich Schirmherr ist. Dieser begrüßte die Wissenschaftler am Montag persönlich. Sie fühlten sich hier willkommen, freute sich Bonnici. Er will nächstes Jahr wieder eine Konferenz in Gottenheim organisieren.