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20. Mai 2010
"Zeit der Einzelkämpfer ist vorbei"
Pfarrer Ramminger ist jetzt offizieller Leiter der katholischen Seelsorgeeinheit Gottenheim / Nächste Reform schon in Sichtweite.
GOTTENHEIM. Die katholische Seelsorgeeinheit Gottenheim hat jetzt wieder eine fest eingerichtete personelle Leitung. Rund acht Monate, nachdem er seinen Dienst in den drei Pfarreien angetreten hatte, wurde Pfarrer Markus Ramminger jetzt bei einem Investitur-Festgottesdienst in der Gottenheimer Pfarrkirche St. Stephan offiziell in dieses Amt eingesetzt.
Die Investitur, was wörtlich Einkleidung bedeutet, zelebrierte Dekan Gerhard Disch aus Bad Krozingen. Er verlas nach der Predigt die Urkunde, die Erzbischof Robert Zollitsch ausgestellt hatte. Dazu bat er auch Vertreter des gemeinsamen Pfarrgemeinderats der Seelsorgeeinheit in den Altarraum zu kommen."Investitur klingt nach Investition", meinte Dekan Disch in seiner Predigt. Das passe durchaus, denn die feste Übernahme der Leitung einer Seelsorgeeinheite sei auch eine Investition in Vertrauen und Hoffnung für den Aufbau eines Miteinanders. Das müsse man sich gerade jetzt bewusst machen, in einer Zeit, in der die Kirche sehr viel Vertrauen verloren habe. Um so wichtiger sei die Zusammenarbeit des Pfarrers mit den hauptamtlichen wie mit den gewählten und ehrenamtlich tätigen Mitgliedern in der Seelsorgeeinheit. "Die Zeit der Einzelkämpfer ist endgültig vorbei", meinte Disch.
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Im Blick auf die für 2015 fest geplante Bildung noch größerer Seelsorgeeinheiten meinte der Dekan, man sei jetzt in einer "Zeit des Dazwischen-Seins". Da brauche es Mut und Offenheit um mit neuen Partnern zusammen zu kommen. Die Seelsorgeeinheit Gottenheim – zu ihr zählen auch die Pfarreien Mariä Himmelfahrt in Umkirch und St. Laurentius in Bötzingen mit der Filialkirche St. Jakobus in Eichstetten – wird dabei mit der Seelsorgeeinheit March zusammengelegt werden, zu einer Kirchengemeinde.
Den Gottesdienst gestalteten ein gemeinsamer Kirchenchor sowie die Band und Singgruppe Exodus, die Rammingers Vorvorgänger in Gottenheim, Heinz-Josef Fensterer, einst gegründet hatte. Fensterer nahm ebenso wie Pfarrer Kurt Hilberer an der Feier teil. "Sie sind schon eine feste Größe in unserer Seelsorgeeinheit geworden" sagte Martina Grün, die Vorsitzende des Pfarregemeinderats zu Ramminger und übergab ihm neben Blumen auch eine Einladung zu einer gemeinsamen Wanderung mit den Pfarrgemeinderäten. Damit könne der neue Pfarrer endlich mal Gelegenheit finden, die schöne Gegend um die vier Kirchen, für die er bisher seine ganze Zeit aufgebracht habe, besser kennen zu lernen. Für die vier politischen Gemeinden erklärte Gottenheims Bürgermeister Volker Kieber, es gebe viele Bezüge zwischen der Kirche und der Politik und Verwaltung auf kommunaler Ebene. Nicht von ungefähr stellten in beiden Bereichen jeweils Gemeinden die Basis dar. Ramminger könne auf die von seinem Vorgänger Martin Wagner eingerichtete Struktur der Seelsorgeeinheit aufbauen. Für die evangelischen Christen sprach Bötzingens Pfarrer Rüdiger Schulze seinem Amtskollegen die besten Wünsche für die "Arbeit im Weinberg des Herrn" aus. Bereitschaft zum Dialog seitens der Vereine bekundete Karl Leiblevon der Umkircher Vereinsgemeinschaft.
Im Anschluss an den Gottesdienst trafen sich viele der aus allen vier Orten gekommenen Gottesdienstbesucher noch zu einem Hock im Hof und der Garage neben dem Pfarrhaus. Dazu spielte der Gottenheimer Musikverein auf.
Autor: Manfred Frietsch
