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03. Januar 2011
ZEIT FÜR LIEDER UND VERSE: "Traditionen dürfen nicht verloren gehen"
BIRGIT WENZ UND TANJA HERRMANN aus Gottenheim.
Die Zeit rund um Weihnachten – das ist auch die Zeit für Lieder und Gedichte. Davon gibt es viele, moderne und klassische, lange und kurze. Aber welche sind bei den Menschen in den Gemeinden rund um Freiburg besonders beliebt und warum, welche persönlichen Erinnerungen sind mit ihnen verbunden? Die BZ hat nachgefragt. Heute bei Birgit Wenz und Tanja Herrmann aus Gottenheim.
"Als Mutter halte ich in Sachen Advents- und Weihnachtsritualen an dem fest, was ich als Kind selbst als schön erlebt habe", erklärt Birgit Wenz. Gemeinsam mit Tanja Herrmann leitet sie die Kleinkindbetreuung der Gemeinde Gottenheim und dort spielten in der täglichen Arbeit Adventslieder und Weihnachtsgedichte auch eine wichtige Rolle.Frei nach der Melodie des beliebten Kinderliedes "Bi-Ba-Butzemann" beginnt täglich der Morgenkreis in der Gottenheimer Kleinkindbetreuung mit dem Bewegungsspiel "Es stapft der Ni-Na-Nikolaus durch den Schnee von Haus zu Haus...". Immer abwechselnd läuft dabei ein Kind mit dem Geschenke- sack des Heiligen Nikolaus durch den Kreis und gibt ihn nach der Runde an ein anderes Kind weiter. Die Kinder im Kreis wiederum singen und klatschen dazu. Dabei herrsche eine tolle Stimmung im Raum, erzählt Tanja Herrmann. Als Nächstes gibt es meist noch ein Fingerspiel, bei dem in einer Art Tischtheater der Nikolaus im Kreis der Kinder willkommen geheißen wird. Und natürlich darf auch das bekannte Lied "Last uns froh und munter sein" nicht fehlen.
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So morgens in der Kleinkindbetreuung angekommen, kann das Tagesprogramm für die Kleinen beginnen. Auch hier werde der Nikolaus von den Kindern selbst immer wieder gespielt, berichtet Birgit Wenz. Sie holen sich eine Decke als Mantel und eine normale Tasche als Geschenke- Sack, setzen sich die von den Erzieherinnen gebastelte Mitra auf und ziehen los.
Natürlich werde in der Weihnachtszeit auch die Weihnachtsgeschichte vorgelesen und vorher Sankt Martin gespielt, ergänzt Tanja Herrmann. Doch der Nikolaus selber darf nicht zu den Kindern rein, die Kleinkindbetreuung sei ein geschützter Raum. So bleibt den Kleinen nur, sich die Nasen am Fenster platt zu drücken, wenn der Nikolaus kommt und seine Geschenke vor die Tür stellt. Zudem gibt es in der Kleinkindbetreuung einen Adventskalender, in dem jeden Tag ein Teil des Adventsweges – sei es eine Figur, ein Tier oder die Krippe – drin ist. Kurz vorm eigentlichen Fest ist der Weg dann vollständig, die Kinder können die gemeinsam gebackenen Weihnachtsplätzchen essen, Birgit Wenz spielt Gitarre und alle miteinander singen weihnachtliche Lieder.
Überhaupt ist die Vorweihnachtszeit für die 31-jährige Mutter eines Sohnes mit die schönste Zeit des Jahres. Gerne erinnert sie sich an ihre Kindheit, als an den Adventssonntagen die ganze Familie um den Wohnzimmertisch versammelt war, selbst gebackene Plätzchen gereicht und Adventslieder gesungen wurden. Das Fest selber sei auch schon lange vorher vorbereitet worden, im Wald sammelte Birgit Wenz mit ihren Brüdern Moos und Reisig, dann wurde die Weihnachtskrippe aufgebaut.
"Bei uns war das im Advent nicht ganz so festlich ausgeprägt", erzählt Tanja Herrmann. Aber bei der Oma! Hier wurden die Kerzen einer echten Pyramide aus dem Erzgebirge und Räuchermännchen angezündet. "Doch als Kind durfte man die schönen Sachen nur anschauen, nicht anfassen", erzählt die 37-jährige Mutter von zwei Kindern. Zuhause wurde auch pünktlich zum ersten Advent die Weihnachtskiste vom Speicher geholt, der Balkon gestaltet und Linzertorte und Brötle gebacken. Oft liefen dazu Weihnachtslieder, Tage vor dem Fest wiederum wurde der Baum geschmückt. "Es wäre schade, wenn diese Traditionen verloren gehen", meint Tanja Herrmann, daher möchte sie diese mit ihren Kindern leben und an sie weitergeben. Und beide Erzieherinnen hoffen, dass die Eltern ihrer aktuell zehn Schützlinge in der Gottenheimer Kleinkindbetreuung das genauso sehen.
Autor: Mario Schöneberg
