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11. November 2009
Zeitfenster für die B 31 wird eng
Bürgerinitiativen fordern bei gemeinsamer Kundgebung eine rasche Weiterplanung für den Straßenbau bis Breisach
GOTTENHEIM/BÖTZINGEN. Mit einer Demonstration an der Stelle, an der die im Bau befindliche Bundesstraße B 31 West nach Fertigstellung des ersten Abschnitts vorläufig enden wird, forderten am Sonntag rund 250 Bürger aus Bötzingen, Gottenheim und Umkirch deren unverzüglichen Weiterbau.
Gemeinsam hatten die Bürgerinitiativen pro B 31 West aus Bötzingen, Gottenheim und Umkirch zu der Kundgebung auf dem Erdhügel an der Verbindungsstraße zwischen Bötzingen und Gottenheim eingeladen. Hier, wo die Straße die Kaiserstuhlbahn kreuzt, soll schon im kommenden Jahr die B 31 West ihr vorläufiges Ende finden. Die Brücke über die Bahnlinie wird zwar gebaut, doch der Verkehr wird vorher auf die Landstraße Richtung Gottenheim und Bötzingen abgeleitet. Und beide Gemeinden befürchten dann eine erhebliche Zunahme des Verkehrs in ihren Ortschaften und zusätzliche Gefahren und Belastungen für die dort lebenden Menschen.Trotz kühlem und windigem Wetter hatten sich einige Menschen zu Fuß aufgemacht, um für den zügigen Weiterbau der Bundesstraße zu demonstrieren. Unter ihnen waren neben Vertretern der Bürgerinitiativen und Kommunalpolitikern auch der Bundestagsabgeordnete Gernot Erler (SPD) sowie die Landtagsabgeordneten Bernhard Schätzle (CDU) und Christoph Bayer (SPD). Erstmals beteiligte sich auch die neu gegründete Ihringer Bürgerinitiative "UWB Ihringen".
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Es gebe nicht viel Neues vom Regierungspräsidium als zuständiger Planungsbehörde zu berichten, erklärte Gottenheims Bürgermeister Volker Kieber. Die aktuellen Verzögerungen im Planungsprozess lägen an neuen naturschutzrechtlichen Prüfungen und einer Überplanung des Wirtschaftswegenetzes. Daher sei erst Anfang 2010 mit dem Beginn der Offenlage im Planfeststellungsverfahren für den zweiten Bauabschnitt von Gottenheim bis Breisach zu rechnen. Dies sei ausgesprochen schlecht, so Kieber, weil eine Aufnahme in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans im Jahre 2012 nur möglich sei, wenn das Planfeststellungsverfahren bis dahin rechtskräftig abgeschlossen sei. Sonst gebe es erst 2025 wieder die Möglichkeit, in den vordringlichen Bedarf zu kommen.
Die Fertigstellung des ersten Teils der B 31 sei zwar eine Teilentlastung für Gottenheim, es könne aber nicht sein, dass der Verkehr dann über die Hintertüre wieder in einen Teil des Dorf zurückfließe. Zudem mache es keinen Sinn, eine Ost-West-Achse von Donaueschingen bis Frankreich elf Kilometer vor dem Ziel enden zu lassen. Letztlich, meinte Kieber, "müssen Menschen doch genauso wichtig sein, wie eine Heuschrecke". Und Lärm mache nun mal nachweislich krank.
Für den Landtagsabgeordneten Bernhard Schätzle war die Kundgebung ein "Termin zum Hören, was die Menschen hier bewegt". Schließlich sei er hier erst seit der Wahlkreisreform zuständig und wolle die Bürgeranliegen aufnehmen. Dass dem ganzen Projekt ein "kalter Wind ins Gesicht weht" meinte hingegen Christoph Bayer. Es eile, wenn die Straße noch 2012 in den vordringlichen Bedarf kommen solle, sagte der SPD-Landtagsabgeordnete. Und dafür sei es ganz wichtig, dass man sich in der Region einig werde – und auch die Kritiker mit ins Boot nehme.
Das Schlusswort hatte Hans Mattmüller aus Wasenweiler, der für die neue Ihringer Initiative sprach. Seit 30 Jahren gebe es in Ihringen die Diskussion um die B 31-Trasse, ohne dass sich die Gemeinde mal klar geäußert habe. Doch nun müsse dringend etwas geschehen, denn Ihringen und Wasenweiler würden zum Nadelöhr und die dort an der Straße wohnenden Menschen zu den eigentlichen Leidtragenden, so Mattmüller. Daher müsse der Bau unverzüglich weitergehen.
Autor: Mario Schöneberg
