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25. Mai 2011
Zuschauer wurden Figuren in verrückten Geschichten
Jokus der Clown und seine Gans Gusti begeisterten das Publikum in der voll besetzten Gottenheimer Bürgerscheune.
GOTTENHEIM. Er nennt sich Jokus der Clown und hat es sich zum Auftrag gemacht, sein Publikum in eine rasante, spannende und urkomische Bühnenshow zu verwickeln. Wenn Jokus richtig loslegt, bleibt kein Auge trocken. Dafür müssen aber auch wirklich alle Zuschauer hellwach sein und tatkräftig mithelfen. Dabei kann es passieren, dass sie sich mitten in einem mittelalterlichen Liebesepos oder einer mörderischen Krimistory wiederfinden, in der sie wahrhaft Kopf und Kragen riskieren. Jetzt trat Jokus in der Gottenheimer Bürgerscheune auf.
Im Grunde ist Jokus ein Multitalent. Der Clown, der im wahren Leben Michael Peters heißt und aus Freiburg kommt, beherrscht die verschiedenen Genres der komischen Bühnenart mühelos. Die halsbrecherische Ballakrobatik gehört genauso zu seinem Repertoire wie die geläufigen Taschen- und Kartentricks des routinierten Magiers. Doch Jokus setzt immer noch einen drauf, besonders wenn er seine Tricks mit Slapstick-Einlagen kombiniert und sein Programm dadurch eine gehörige Portion Komik bekommt. Da werden die Bälle nicht nur schwerelos, sie drohen dem Akrobaten regelrecht zu entfliegen.
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Eine besondere Stärke von Jokus ist, dass er sein Publikum in sein Programm mit einbindet. Schnell wurden die Damen und Herren in der Gottenheimer Bürgerscheune von ihren bequemen Zuschauerplätzen in das Rampenlicht auf der Bühne entführt und sind Figuren in den verrücktesten Geschichten. Eine Dame durfte auf dem Rücksitz eines imaginären Motorrads Platz nehmen und erlebte so eine wilde Verfolgungsjagd unmittelbar mit. Einen besonders galanten Part durfte ein Herr spielen, der seinem Burgfräulein in fröhlicher Ritterrüstung, die tatsächlich aus Luftschlangen war, eine soeben gepflückte Blume überreichte. Besonders hielten die Zuschauer den Atem an, als Jokus sie in eine Kriminalgeschichte des alten Basel entführte. Wer von den drei Damen, die sich auf der Bühne wiederfinden und die mögliche Mordwaffe in der Hand halten, ist die Täterin? Ein Hobbydetektiv, ebenfalls Zuschauer, musste das Rätsel lösen. Natürlich kannte Jokus die Lösung schon vorher und hatte sie aufgeschrieben. Dass der Detektiv aber ausgerechnet auf das Stromkabel tippte, wie konnte Jokus das nur wissen?
Überhaupt übt sich der Magier gerne in der Gedankenübertragung. Mit einem Radio empfing er die Gedanken der Zuschauer, die in ihrem Kopf die unterschiedlichsten Melodien summten. Vielleicht sind die hellseherischen Fähigkeiten des Clowns ja auch die Erklärung für die diversen Kartentricks, die er in petto hatte. Immer wieder kam er auf die richtige Karte, die ein Zuschauer aus einem Stapel gezogen hatte und die er danach wieder im selbigen verschwinden ließ. Und wahrscheinlich hat Jokus auch nicht die Bücher auswendig gelernt, die er seinen Zuschauern zum Lesen gab. Sie sollten still ein Wort lesen und die Buchstaben per Gedankenübertragung an Jokus schicken. Der konnte tatsächlich das volle Wort aufsagen, und zwar das richtige.
Zum Publikumsliebling wurde die Gans Gusti, treue Kameradin des Clowns. Eigentlich handelt es sich bei Gusti ja um eine Puppe, die aber wie durch Wunder zum Leben erwacht. Tatsächlich ist Michael Peters auch Bauchredner. Gusti lässt nicht immer ein gutes Haar an ihrem Meister. Und die Hypnose von Jokus funktioniert bei ihr sowieso nicht. Dafür hat sie einen besonderen Draht zum Publikum, besonders zu den männlichen Gästen. In der Bürgerscheune verliebte sie sich mächtig und war drauf und dran, Jokus die Schau zu stehlen. Für den war das Chaos perfekt, als die Gans eine ganz tiefe Stimme bekam und er selbst auf einmal wie Gusti sprach.
Jokus der Clown hat das gewisse Etwas, er ist charmant und er weiß einfach, wie er sein Publikum unterhält. Das kam in der gut besuchten Bürgerscheune bestens an.
Autor: Axel Dröber
