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29. Juni 2009

Zwei putzteufelswilde Schwestern

Jenny und Jessy Fetscher sorgen für atemloses Kabarett in der Gottenheimer Bürgerscheune

  1. Jenny (rechts) und Jessy Fetscher beim Auftritt mit ihren „Zähnef(l)etschereien“ in der Gottenheimer Bürgerscheune. Foto: mario schöneberg

GOTTENHEIM. Mit Witz, Gesang und unzähligen Gags mit Tiefgang verzauberten die Schwestern Jessy und Jenny Fetscher mit ihrem Programm "Zähnef(l)etschereien" kürzlich ein restlos begeistertes Publikum in der Gottenheimer Bürgerscheune. Klassisch musikalisch eröffnete Jenny Fetscher den Abend. Theater sei im Ort und mache Gottenheim zum Nabel der Welt. Sie freute sich, dass auch richtige Einheimische anwesend waren, kalauerte die 25-Jährige. Sie selbst komme aus Schopfheim, dem "Kaff der guten Hoffnung".

Später bekamen die Politiker ihr Fett weg: Sie seien wie Tauben. Seien Politiker unten, würden sie den Leuten aus der Hand fressen. Säßen sie aber oben, werde man von ihnen beschissen. Auch die "Wahlschlappen" für Huber und Beckstein in Bayern sorgten für Lacher und in Sachen Sport wusste die angehende Lehrerin, dass heute fast jedes Radrennen zur Spritztour werde.

Doch dann kam Schwester Jessy als Putzteufel auf die Bühne und beide zu einem ihrer Lieblingsthemen, den Männern. Man suche den Mann mit den vier B’s: mit Bauplatz, Bargeld, bescheiden und putzwillig. Launig auch das folgende Medley mit bekannten Melodien und Texten rund ums Saubermachen. Weiter ging es mit Ausflügen in die Politik, ins Bildungswesen, zur demografischen Entwicklung und in die badische Sprache. Was ist ein Gartenzaun- Befeuchter, fragte Jenny Fetscher in die Runde und prompt kamdie richtige Antwort: ein Hagseicher.

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Eher nachdenklich waren die Spottlieder übers Rauchen. "Wenn ich ne Lunge wär und noch zwei Flügel hätt", hieß es da, bevor der Klimawandel mit Hilfe von Herbert Grönemeyer aufs Korn genommen wurde. Auch nach der Pause ging es bunt gemischt weiter. Zuerst mimten die Schwestern zwei unterbelichtete Model-Kandidatinnen mit ihren Figurproblemen, dann spielte Jessy Flöte durch die Nase, bevor ihre Schwester einen Promi-Talk mit Oliver Kahn, Heidi Klum und Herbert Grönemeyer wunderbar parodierte. Unklar ist nur, was für mehr Lacher sorgte, ihre Grimassen oder ihr Talent, die Personen zu imitieren. Weiter ging es mit der schwer zu beantwortenden Frage, ob ein Computer männlich oder weiblich sei und einer verzweifelten Französin, die gerne einen Mann hätte. Als Dank gab es reichlich Applaus und zwei Zugaben.

Insgesamt mehr als zwei Stunden präsentierten Jessy und Jenny Fetscher – beide sind Lehramtsstudentinnen an der Pädagogischen Hochschule in Freiburg – ein buntes Potpourri an Parodien, Liedern und Sketchen, stets spritzig und pointiert vorgetragen. Die rund 70 Besucher kamen derweil kaum aus dem Lachen heraus.

Obwohl erst 21 und 25 Jahre jung, sind die Fetscher-Schwestern, gemeinsam mit Vater und Gag- Schreiber Reinhold Fetscher, schon länger im Geschäft – und entsprechend souverän hatten sie ihr Publikum im Griff. Kein Wunder, dass sie in ihrer jungen Karriere schon einige Nominierungen und Preise abräumen konnten. In Gottenheim haben sie sicher neue Fans hinzugewonnen. Und die werden Jenny Fetscher bestimmt die Daumen drücken, wenn sie am 21. November bei "Verstehen Sie Spaß" in Offenburg beim Finale des "Witzbold 2009" antritt.

Autor: Mario Schöneberg