Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

18. Juni 2014

Region muss konkurrenzfähig bleiben

Experten diskutieren beim Agrar- und Verbrauchertag der FDP Südbaden über notwendige Impulse für Tourismus und Landschaft.

  1. FDP-Veranstaltung in Grafenhausen (von links): Martin Kammerer, Friedrich Bullinger, Christian Behringer, Sascha Fiek, Dieter Wäschle, Michael Kasprowicz und Ernst Burgbacher. Foto: Dieckmann

GRAFENHAUSEN (BZ). Der 59. Agrar- und Verbrauchertag der FDP Südbaden stand ganz im Zeichen der neuesten politischen Entwicklungen im Bereich Tourismus und der nachhaltigen Landschaftserhaltung.

Beim öffentlichen Forum im Haus des Gastes in Grafenhausen diskutierten die Experten für Tourismus und ländlichen Raum Ernst Burgbacher, Parlamentarischer Staatssekretär im Wirtschaftsministerium a. D., Friedrich Bullinger, MdL, agrarpolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Dieter Wäschle, Vorsitzender der DEHOGA Schwarzwald/Bodensee, Michael Kasprowicz, Marketing-Chef der Schwarzwaldtourismus GmbH unter Leitung des FDP-Bezirksvorsitzenden Sascha Fiek mit dem fachkundigen Publikum.

Martin Cammerer, stellvertretender Vorsitzender des Landesfachausschusses für Agrar- und Umwelt meinte in seiner Einführung zum Thema, dass der Politikstil der Grün-Roten Landesregierung zu einem Vertrauensverlust der Menschen im ländlichen Raum geführt habe. Die Durchsetzung ökologischer Ziele durch Wiesenumbruchverbot, FFH Richtlinien, Gewässerrandstreifen und Landesjagdgesetz seien ohne ausreichende Mitsprache der betroffenen Bevölkerung und Berufsgruppen geschehen, die Entwicklungsmöglichkeiten für die notwendigen Anpassungen an die Märkte im Bereich Tourismus und Landwirtschaft seien stark eingeschränkt.

Werbung


Ernst Burgbacher befürwortet die ökologischen Ziele, aber es dürfte keine Käseglocke über weite Gebiete des Landes gestülpt werden. In der Vermarktung seien in der Vergangenheit große Fortschritte gemacht worden. "Wir brauchen die intakte Landschaft, alles muss stimmen. Regionalität, Produkte, Kulturlandschaft erleben, Infrastruktur. Der Schwarzwald ist ein begehrter Lebensraum, muss sich aber dem Wettbewerb stellen können". Unter der jetzigen Landesregierung würde zu stark von oben bestimmt. Die besten Ideen seien von Unternehmern, die in Eigenverantwortung über Investitionen bestimmen könnten.

Voraussetzung für eine positive Weiterentwicklung des Schwarzwaldes sieht Dieter Wäschle in der Nutzung der vielfältigen Kulturlandschaft, touristischen Attraktionen und der Identifikation der Menschen mit ihrer Kultur und der Landschaft. Alle seien Partner, Betroffene müssten beteiligt werden. Die Politik muss die Menschen abholen und mitnehmen. Wäschle sieht Windräder in Tourismusregionen nicht gerne, zeigte sich aber aufgeschlossen gegenüber ökologischen Projekten wie Energieeinsparung, ÖPNV und Konuskarte. Der Mangel an positiven Impulsen des Ministers für den ländlichen Raum, Bonde, sind für Friedrich Bullinger der Grund für die schlechte Stimmung bei vielen Selbständigen und Unternehmern der Region. Die Politik hätte das Recht auf Eigentum und auf Erbe entsprechend dem Grundgesetz zu schützen. Die heutige Sicht auf die Sozialverpflichtung des Eigentums sei einseitig und von Neid geprägt. Vertraglicher Naturschutz der alten Regierung habe sich bewährt und müsse ausgebaut werden. Zur Windenergienutzung meinte er, dass die Standorte gebündelt sein sollten und nur dort entstehen sollten, wo auch ein wirtschaftlicher Nutzen gewährleistet ist.

Der Marketingexperte der Schwarzwaldtourismus GmbH Michael Kasprowicz mahnte eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für die touristischen Betriebe und eine bessere finanzielle Ausstattung der Fördermaßnahmen an. Der Schwarzwald steht in einem harten Konkurrenzkampf mit anderen Ferienregionen in Deutschland und dem Ausland. "Die Kulturlandschaft in Verbindung mit der Landwirtschaft und den Menschen ist der Markenkern der Region", so Kasprowicz.

Sascha Fiek zog ein positives Fazit zum Agrar- und Verbrauchertag. Mit der Rothausbrauerei sahen die Besucher ein Leuchtturmunternehmen, das das gute Image des Schwarzwaldes sehr gut zu nutzen wisse und gleichzeitig ein nicht unbedeutender Werbeträger für diese Landschaft sei.

Wie das nachmittägliche Forum gezeigt habe, stimmen die Ziele der FDP in weiten Bereichen mit denen der Tourismusverbände überein.

Autor: wd