Regionale Produkte besser vermarkten

Wilfried Dieckmann

Von Wilfried Dieckmann

Sa, 02. September 2017

Grafenhausen

Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch besucht landwirtschaftlichen Betrieb in Grafenhausen / Kein Tourismus ohne Kulturlandschaft.

GRAFENHAUSEN. Beim Besuch von Friedlinde Gurr-Hirsch, Staatssekretärin im Landwirtschaftsministerium des Landes Baden-Württemberg, in Südbaden stand die heimische Landwirtschaft im Fokus. "Den Besuch der Staatssekretärin nehme ich zum Anlass, um mit Landwirten bei Betriebsbesuchen in Grafenhausen und Wutöschingen zu diskutieren und auch ein Fachgespräch rund um das Thema Weinbau im Klettgau zu führen", so der CDU-Bundestagskandidat Felix Schreiner.

Die Staatssekretärin aus Stuttgart freute sich beim Besuch des landwirtschaftlichen Betriebes Maier in Grafenhausen besonders, dass nicht nur Landwirte aus dem Ort anwesend waren, sondern auch Bürgermeister Christian Behringer. "Diese Tatsache unterscheidet den Schwarzwald schon einmal vom Unterland, in dem kein Bürgermeister zu einer Betriebsbesichtigung kommt", hob sie gleich zu Beginn ihrer Ausführungen hervor. Dieses zeige auch deutlich, welchen Stellenwert die Landwirtschaft in einer touristisch geprägten Region habe.

Wie Friedlinde Gurr-Hirsch weiterhin informierte, habe sie bereits in Rothaus in ihrer Funktion als Aufsichtsratsvorsitzende bei der "Marketing Baden-Württemberg" ein Gespräch mit Brauereichef Christian Rasch geführt. Im Koalitionsvertrag habe die Landesregierung eine "Regionalkampagne" vereinbart. Konkret bedeutet dies, die Wertschöpfung in der Landwirtschaft damit zu stärken, dass sich die Politik für die Vermarktung von regionalen Produkten stärker einsetzt und dabei auch die Verbraucher stärker mit ins Boot zu nehmen gedenkt (wir werden noch berichten).

Um die Wettbewerbsfähigkeit insbesondere der kleinen Landwirte zu erhalten, sprach sich die Staatssekretärin für weitere Förderungen aus: "Gesellschaftliches Geld für gesellschaftliche Leistungen", so Gurr-Hirsch.

Auch Bürgermeister Christian Behringer hob hervor: "Wenn wir die Landwirtschaft nicht hätten, könnten wir mit dem Tourismus einpacken". Erfreut zeigte sich der Rathauschef auch über die Tatsache, dass der landwirtschaftliche Betrieb von Wilfried Maier an seinen Sohn Michael übergeben wurde. Nach Angaben von Felix Schreiner hätten zwischenzeitlich die Hälfte der landwirtschaftlichen Betriebe in Baden-Württemberg keinen Nachfolger.

Bei einem Rundgang, an dem auch Bundestagsabgeordnete Gabriele Schmidt sowie einige Gemeinderäte und BLHV-Vertreter teilnahmen, stellte Michael Maier den Betrieb mit rund 100 Hektar Fläche und 62 Milchkühen vor. Als Besonderheit kann der Milchautomat angesehen werden, aus dem Konsumenten jeder Zeit frische Milch holen können.