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01. Februar 2012

"Sagenhafter Durch- und Weitblick"

Bürgermeister Behringer hält launige Laudatio / Gastzünfte gratulieren den Galgenvögeln zu ihrem 44. Geburtstag.

  1. Die Zunftmusik ungter Leitung von Georg Seidler sorgte für musikalische Stimmung Foto: Wilfried Dieckmann

  2. Alleinvorstand Thomas Schäube freut sich: hat er doch nun auch für die Brauerei einen Rettungsschirm Foto: Wilfried Dieckmann

  3. Ehrenzunftmeister Wolfgang Morath (Mitte) sowie die Ehrennarrenräte (von links) Helmut Gatti, Hartmuth Frank, Edmund Morat sowie Gerhard Morath kamen zum Zunftmeisterempfang im historischen Gewand Foto: Wilfried Dieckmann

GRAFENHAUSEN. Zum Jubiläumsnarrentreffen der Galgenvögel gehört natürlich auch ein Zunftmeisterempfang, zu dem die Gemeinde Grafenhausen ins Haus des Gastes eingeladen hatte. Über 100 Delegierte aus den verschiedenen Gastzünften folgten der Einladung und gratulierten der Grafhuser Zunft zum 44. Geburtstag. In seiner Laudatio stellte Bürgermeister Christian Behringer die Gemeinde Grafenhausen vor, die im gesamten Jahr nur elf Nebeltage aufweist, so dass die "Bevölkerung quasi ganzjährig über einen sagenhaften Durch- und Weitblick verfügt".

In seiner Eigenschaft als Schirmherr gratulierte Brauereichef Thomas Schäuble der Galgenvogelzunft zu ihrem 44. Geburtstag und freute sich über den symbolischen Schirm, den ihm Zunftmeister Harald Morath gemeinsam mit Vizenarrenvater Uwe Gantert überreichte: "Nun hat auch die Staatsbrauerei einen eigenen Rettungsschirm", so der Alleinvorstand aus Rothaus.

Auch Jo Chevalier aus der bretonischen Partnergemeinde Combrit, der mit einer kleinen Delegation vom Atlantik in den Schwarzwald reiste, um am Narrentreffen teilnehmen zu können, reihte sich in die lange Gratulantenschar ein und überreichte im Namen von Jean-Michel Pavec, Präsident des französischen Partnerschaftskomitees, ein Gastgeschenk. Übersetzt wurde die kleine Ansprache von Chris Seifried. Narrenvater Harald Morath zeigte sich angesichts der vielen Ehrengäste, darunter auch Bürgermeister aus den Nachbargemeinden sowie Kommunalpolitiker und Vertreter der Kirche, beeindruckt. Auch der ehemalige Pfarrer Josef Haag war aus Freiburg angereist.

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Bürgermeister Christian Behringer dankte Narrenvater Morath stellvertretend für alle Zunftmitglieder und Vereine, die zum Gelingen der Geburtstagsfeier beigetragen haben. "Es ist mir ein besonderes Vergnügen, eine so große Narrenschar in unserer Gemeinde begrüßen zu dürfen", so der Rathauschef. Und weil der eine oder andere zum ersten Mal Gast in Grafenhausen sei, stellte er den Ort in närrischer Form vor. Derzeit leben im "Galgenvogelnest" rund 2300 Personen, leider mit fallender Tendenz. Es wird somit stark vermutet, dass hier Nesträuber am Werk sind. Der Bürgermeister räumte ein, dass nicht alle Einwohner Galgenvögel sind: "Es gibt hier vor allem Engel, nur sehr wenig Gesindel, viele Leicht- und Andersgläubige und nur vereinzelt mal än sture Bock". Das mit den vielen Engeln sei angesichts der Tatsache, dass der Ort mit 800 bis 1100 Höhenmetern fast in den Himmel reicht, schnell erklärt. Mit durchschnittlich elf geschätzten Nebeltagen im Jahr verfügen die Einwohner in Grafenhausen natürlich über einen sagenhaften Weit- und Durchblick. Die Grafhuser machen sich übrigens auf einer Fläche von nahezu 5000 Hektar breit. "Streifen wir durch unsere Ländereien, stehen wir aber sehr oft im Wald, weil 60 Prozent der Gemarkungsfläche bewaldet ist", stellte der Rathauschef fest. Dabei kann es auch passieren, dass Spaziergänger an einen Schlagbaum stoßen und folgendes hören: "Si sin dann öbe-einigscht in de Schwiiz – Gruezi wohl". Das liegt nach Behringers Erläuterungen daran, dass der Kanton Schaffhausen als Überbleibsel eines "vorgeschichtlichen Ausrutschers in die Eidgenossenschaft" hier noch 350 Hektar Wald sein Eigen nennt. Den unheimlich großen Reichtum aber verdankt Grafenhausen der Brauerei Rothaus: "Wir sind im wahrsten Sinne des Wortes steinreich, dass merken sie spätestens, wenn sie über den gepflasterten Rathausplatz stolpern", so der Bürgermeister abschließend.

Autor: Wilfried Dieckmann