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31. Januar 2012

Spektakulärer Sprung

Großer Narrenbaum zum 44. Geburtstag der Galgenvögel.

Ihr 44-jähriges Bestehen feierte die Zunft der Galgenvögel am Wochenende mit einem großen Narrentreffen. Den Festauftakt bildete am Samstagnachmittag das Aufrichten des Narrenbaums durch die Patenzunft Lenzkircher Dengele. Nächste Höhepunkte waren der spektakuläre Hexensprung der Tiengener Schlosshexen und der folgende Jubiläumszunftabend in der Schwarzwaldhalle.

Eine riesige Besucher- und Narrenschar, darunter bereits zahlreiche angereiste Zünfte aus nah und fern, bevölkerte am Samstagnachmittag die Ortsmitte von Grafenhausen. Mit einem großen Aufgebot an Mitgliedern machte sich die Patenzunft Lenzkircher Dengele auf dem Rathausplatz ans Werk, um den 32 Meter hohen Narrenbaum in die Senkrechte zu hieven. Dies geschah mittels Muskelkraft, wobei die Zimmermannszunft den Stamm auf traditionelle Weise mit verschieden langen Scheren Stück um Stück aufrichtete. Mit lautstarkem Rätschen wurden sie dabei von den Galgenvögeln und den Heuhoppern unterstützt. Der Moderator und Zunftmeister der Lenzkircher Dengele, Sascha Phlippen, hielt mit interessanten Informationen die vielen Zuschauer auf dem Laufenden. Als der Stamm endlich einrastete, wurde die gelungene Arbeit mit viel Beifall und musikalisch von der Stadtmusik Lenzkirch, der Grafhuser Narrenmusik und der Konstanzer Blätzlebuebezunft gefeiert.

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Ein weiteres Schauspiel bot sich, als Zunftmitglied Werner Pröller mittels Steigeisen den noch nackten Stamm erklomm, um jeweils ein Häs der Lenzkircher Dengele und Heuhopper sowie ein Schild mit der Aufschrift "44 Jahre" am Narrenbaum zu befestigen. Schlussendlich wurde dieser mit einem Spruch von Zimmermann Jürgen Lindner offiziell an den Jubelverein übergeben. Für den lange erwarteten Fassanstich zeichneten die Faulenfürster Bollimänkel verantwortlich, die nicht nur das von der Brauerei Rothaus spendierte Fass Bier, sondern auch die benötigten Gläser mitbrachten. Bis allerdings der schäumende Gerstensaft fließen konnte, brauchte es etwas Geduld und etliche Hammerschläge von Zunftmeister Harald Morath, der unter tatkräftiger Mithilfe von Braumeister Roland Gut seinen ersten Fassanstich vornahm.

Ob dem nasskalten Schmuddelwetter waren warme und trockene Plätzchen in beheizten Zelten oder Buden heiß begehrt und so herrschte im gesamten Narrendorf beste Stimmung und gute Laune. Abends lockte als nächster Höhepunkt der weithin bekannte Hexensprung der Tiengener Schlosshexen die Menschenmassen auf den Rathausplatz. Die spektakulären Sprünge der wagemutigen Hexen durch die lodernden Flammen boten ebenso wie die tolle Hexenpyramide ein eindrucksvolles Bild.

Beim Jubiläumszunftabend in der Schwarzwaldhalle stellten die Galgenvögel sowohl die Geschichte von Grafenhausen als auch die Entstehung ihrer Zunft in den Mittelpunkt. Die historischen Hintergründe wurden von den närrischen Akteuren auf der Bühne humorvoll beleuchtet und gleichsam eindrucksvoll wie unterhaltsam in Szene gesetzt. Mit Blick durch die Narrenbrille wurden dem Publikum tiefgreifende geschichtliche Ereignisse wie die Bauernkriege, Gründung der Brauerei, Bekanntwerden des Hüsli durch Dreharbeiten zur TV-Serie "Die Schwarzwaldklinik" ebenso nahegebracht wie die Namensgebung der Zunft oder das äußerst schwierige Entstehen des Narrenmarsches. Das Zunftballett, das eigens zum Jubiläum neu eingekleidet worden war, begeisterte das närrische Auditorium zwischendurch immer wieder mit erfrischenden und flotten Tanzeinlagen. Für musikalische Stimmung und viele Schunkelrunden sorgten einmal mehr die Haslach Hallodris.

Autor: Chris Seifried