Aktionen sollen Fortschritt bringen

Ralf H. Dorweiler

Von Ralf H. Dorweiler

Sa, 23. Februar 2013

Grenzach-Wyhlen

In Sachen schnellere Umsetzung der Umgehungsstraße für ganz Grenzach-Wyhlen wollen SPD und CDU gebündelt auftreten.

GRENZACH-WYHLEN. Mit fünf Aktionstagen möchte die SPD Druck aufbauen, um einen schnelleren Bau der Umgehungsstraße zu erreichen. Bei einer nur mäßig besuchten Veranstaltung am Donnerstag waren viele Vertreter der CDU-Fraktion und des CDU-Ortsvereins gekommen, um die Aktionen mitzuplanen. Man möchte zusammenspannen, um größere Effekte zu erzielen.

25 Gäste saßen in der Aula der Lindenschule sechs SPD-Vertretern gegenüber, darunter auch SPD-Bundestagskandidat Thomas Mengel. Zweck der Veranstaltung war, Stimmen und Ideen von Bürgern einzuholen, wie man den Bau der kompletten Umgehungsstraße, wie Moderator Heinz Intveen mehrfach betonte, voranbringen könne. Christa Wolf hatte schon eine erste Idee: Eine Fahrraddemo, bei der am Freitag, 1. März, möglichst viele Radfahrer auf dem Radschutzstreifen über die B34 fahren sollen, was den Verkehr sicher stark behindere. Damit möchte man Aufmerksamkeit erregen und öffentlichen Druck auf die Landesregierung aufbauen.

Jeden ersten Freitag im Monat möchte man nun fünfmal eine Aktion starten und tatsächlich kamen nach einem Impulsvortrag über die Geschichte der Umgehungsstraßenplanung und ihres planfestgestellten Verlaufs genug Ideen zustande, um auch die anderen Aktionstage direkt schon festzulegen.

Am 5. April sollen Demo-Schilder gemalt und aufgestellt werden, mit denen die Bürger zeigen sollen, dass es ihnen stinkt. "Mir stinkt’s" war auch das Motto des Abends. Durch parkende Autos den Verkehr behindern war eine weitere Idee, die am 3. Mai umgesetzt werden soll. Am 7. Juni sollen möglichst viele Leute an der B34 entlang spazieren gehen und immer wieder die Straße kreuzen. Am 7. Juli soll als Krönung eine Fahrt nach Stuttgart organisiert werden, um vor dem Verkehrsministerium zu protestieren und eventuell Unterschriften an den Minister abzugeben.

Die Unterschriften wollen SPD und CDU gemeinsam sammeln, wie sie am Abend beschlossen. Dafür wollen sie schnellstmöglich ein Formular entwerfen, das bald in allen Geschäften ausliegen soll. Dabei überlegt man auch, eine Interessengemeinschaft (IG) zu gründen, weil es die Anwesenden wichtig fanden, dass es nicht nach parteipolitischen Interessen aussieht, sondern die Wichtigkeit der Umgehungsstraße im Mittelpunkt steht.

Zuvor hatte Intveen klargemacht, dass die für die Priorisierungsliste des Landes verwendeten Verkehrszahlen falsch sein müssten und die "B34 neu" als bereits begonnene Maßnahme auch gar nicht mehr in die Liste gehöre, sondern ein Recht habe, weitergebaut zu werden. Die Anwesenden wollten, dass diese Fragen beim noch nicht terminierten Besuch der Staatssekretärin im Verkehrsministerium, Gisela Splett, direkt beantwortet werden sollten. Man dachte auch darüber nach, Splett "mit E-Mails zu nerven".

Zu einigen der Bürgerideen möchte man bei der Gemeinde prüfen lassen, ob diese machbar sind, etwa, die bestehende Ortsdurchfahrt zur Tempo-30-Zone zu machen oder Lärm- und Abgasmessungen vorzunehmen. Heinz Intveen war nur ein Rat vom Landtagsabgeordneten und Justizminister Stickelberger wichtig: Der hatte gewarnt vor Aktionen, mit denen man andere gegen sich aufbringe.

Zum Ende des gut organisierten Abends hinterließen Bürger ihre Kontaktdaten. Einige hatten sich gleich bereiterklärt, Aufgaben zu übernehmen, etwa Verkehrssituationen in Wyhlen mit der Kamera zu dokumentieren.

Kontakt: Wer Interesse hat, sich ebenfalls einzusetzen, kann sich melden bei Stefanie Gimbel per E-Mail: stgfr@hotmail.de