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06. Februar 2012
Akzente, wo sie keiner erwartet
Grenzacher Zunftspieler überraschen ihr Publikum.
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Die Wachsfigur wird fürs Musée drapiert (Fabian Baier, Thomas Schwab) Foto: Ralf Staub
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Heinz Weiß als Aal-Kai Foto: Ralf Staub
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Regisseur mit Stimme: Pius Jehle Foto: Ralf Staub
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Der Tessiner und der Aldi-Chef (Oliver Becker und Ernst Niepmann) Foto: Ralf Staub
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Auf großer Butterfahrt auf dem Rhein: die MS Schwoobechäfer als opulente Schlussnummer des Zunftabends 2012. Foto: Ralf Staub
GRENZACH-WYHLEN. Brauchbare kommunale Themen, meint Regisseur Pius Jehle im Programmheft zum Zunftabend Grenzach, habe es kaum gegeben – möglicherweise auch das ein Opfer der Sparwelle. Wer indes die zehn Nummern unter dem Motto "Z’erscht pfuust’s, dann chlöpft’s" anschaut, wird davon kaum etwa bemerken: Das Ensemble hat sich den kleinen Themen angenommen und verstanden, genau dort Akzente zu setzen, wo keiner es erwartet. Herausgekommen ist ein Zunftabend, der viel zu lachen gibt.
Lokale Schmankerl gibt es zuhauf: Das neue pädagogische Konzept des Kinderhauses – nach Montessori – gehört dazu: Eine Reihe Gemeinderäte und der "Regierende Bürgermeister beider Grenzach" lernten es kennen und durften einen Neugierturm bauen – und auch das Publikum ist jetzt aufgeklärt, was dahinter steckt.. Michael Schwabs Selbstfindungstour auf dem Jakobsweg wo er allerhand historischen Gestalten von Carantius bis Don Quijote begegnet, wird ebenso begleitet wie eine Durchschnittsfamilie beim Einkaufen im neuen Biomarkt oder die Organisatoren des Musée Sentimental, die sehnlichst auf den "Reißer" der Ausstellung, eine handgestrickte Socke von Erasmus von Rotterdam warten, stattdessen aber den Bürgermeister als Wachsfigur erhalten.Werbung
Neue Wege beschreitet das Ensemble beim Motto. Monat für Monat wird ein Ereignis hervorgehoben, von der Landtagswahl über den Sprossenskandal bis zu den Hygienevorschriften. Heinz Weiß obliegt es dabei, den Papstbesuch mit viel Süffisanz unter einem völlig neuen Aspekt zu beleuchten – schließlich traf das (noch immer katholische) Kirchenoberhaupt in Berlin auf einen geschiedenen Bundespräsidenten, eine evangelische Kanzlerin und einen homosexuellen Regierenden Bürgermeister, der zu dem noch rot ist.
Ihr schauspielerisches Talent unterstrichen Weiß und Peter Jehle auch als Blumen-Pitter und Aal-Kai auf dem Markt, wo ihnen der Wahlfänger (Fabian Baier) von der Meutererpartei ein X für ein U verkaufen will.
Seit mittlerweile elf Jahren auf der Bühne stehen die Johannes-Singers, am Flügel begleitet von Christiane Intveen. Ihr Repertoire beschäftigt sich mit diversen Mangelzuständen: Von "Tote Hose in Athen" bis zur vergeblichen Suche nach einer Beiz mit badischer Hausmannskost – "Über siebe Döner muess i go". Ein Riesenbeifall unterstrich die Beliebtheit, während der neue Sketchblock der Doppel-D-Garderobieren (Thomas Schwab/Frank Rümmele) noch nicht so richtig angekommen zu sein scheint.
Prächtig anzuschauen und gespickt mit all den Zutaten, die Besucher besonders schätzen (Schweizer, fremde Akzente und Gesang) war indes die opulente Schlussnummer "Ahoi", bei der die "MS Schwoobechäfer" eine Butterfahrt auf dem Rhein unternimmt.
Das ZUnftabendteam
Auf der Bühne: Fabian Baier, Hanspeter Baier, Oliver Becker, Peter Jehle, Heinz Leppert, Klaus Müller, Ernst Niepmann, Frank Rümmele, Thomas Schwab, Manfred Wagner, Heinz Weiß, Bernd Wittek, Röttelstei-Füchs
Souffleusen: Nadine Westphal-Benecke, Gaby Böhler
Maske: Sabine Held, Marion Janasik, Sabine Schär
Musikalische Begleitung: Christiane Intveen
Technik: Thomas Wüstenberg, Peter Zimmermann
Kulissenschieber: Stefan Saum, Matthias Wüstenberg, Alexander Zimmermann, Tobias Zimmermann
Bühne: Ernst Niepmann, Michael Schwab, Lisa Schwab
Texte: Zunftobe-Emsemble
Regie: Peter Jehle
Autor: rs
Autor: Ralf Staub


