Alternativen kosten fast gleich viel

Ralf H. Dorweiler

Von Ralf H. Dorweiler

Sa, 05. Oktober 2013

Grenzach-Wyhlen

Ob die Gemeinde eine eigene Kläranlage baut oder das Abwasser nach Basel leitet, beide Möglichkeiten sind teuer.

GRENZACH-WYHLEN. Um die geplante Sanierung der Kesslergrube kommt zur Zeit keine Sitzung herum. Auch der Technische Ausschuss hatte einen Tagesordnungspunkt, der sich mit der Frage beschäftigte, wie es in der Kesslergrube weitergeht.

"Wird umspundet oder komplett ausgehoben?", fasste Bürgermeister Jörg Lutz zu Beginn die entscheidende Frage zusammen. Würde nicht nur die Roche sondern auch die BASF ihren Teil komplett ausheben, müsste die Kläranlage weg, die auch die Gemeinde für ihre Abwässer nutzt. Darum hatte man grobe Variantenabschätzungen beauftragt (bei den Firmen Fritz-Planung und Jedele und Partner), die auch bei der Bürgerversammlung am 17. Oktober Thema sein werde. "Wenn der Gemeinderat sagt, er möchte den Aushub, dann müssen wir uns auch überlegen, was wir mit der Kläranlage machen."

Wie Klaus Jedele von Jedele und Partner vorstellte, gebe es zwei grundsätzliche Varianten, die genauer betrachtet wurden. Zum einen könne man die Abwässer zu einer anderen Kläranlage leiten. Technisch wäre sowohl eine Ableitung zur Hertener Kläranlage als auch zur zentralen Kläranlage Basel machbar. Als zweite Variante stellte Jedele vor, dass die Gemeinde eine eigene Kläranlage bauen könne.

Sehr schnell schied die Ableitung nach Herten aus, weil die Leitungskapazität nicht ausreichen würde. Die zentrale Kläranlage Basel allerdings wäre möglich. Für die notwendigen Leitungen müsste die Gemeinde auf deutscher Seite rund vier Millionen Euro, auf Schweizer Seite nochmal 1,8 Millionen Euro investieren. Eine eigene Anlage käme auf Investitionen von 12 Millionen Euro plus 550 000 Euro Betriebskosten. Dabei gäbe es für eine eigene Kläranlage zwei unterschiedliche Möglichkeiten, eine anaerobe (ohne Luft) und eine aerobe Anlage. Letztere wäre zwar 600 000 Euro günstiger im Bau, verursache aber höhere Betriebskosten.

In einem Kostenvergleich stellte Jedele dar, dass die Einleitung in die Schweiz neben den Investitionen natürlich auch noch Gebühren koste. "Beide Möglichkeiten verursachen auf längere Sicht nahezu die gleichen Kosten", sagte er und nannte noch eine dritte Möglichkeit, die Übernahme der vorhandenen Gebäude von der BASF, was die Investitionskosten um rund drei Millionen Euro reduzieren könnte.

Bürgermeister Jörg Lutz informierte den Ausschuss, dass die Gesamtkosten für den Eigenbau nur die Kläranlagenkosten betreffen und noch nicht die Leitungskosten und den Kauf des Grundstücks beinhalten. "Die Bürgerschaft müsste bereit sein, die Kosten mitzutragen", sagte er.

Ralf Blubacher (FDP) wünschte, in Vorfeld zu wissen, was das Abwasser den Bürger aktuell kostet und wie teuer es nach den beiden Varianten wäre. Günther Holl (Grüne) fand, dass auch die Realisierungsdauer wichtig sei, wobei der Ingenieur sagte, dass Neubau und die Verlegung der Leitung zum Übergabepunkt in Basel wohl gleich viel Zeit benötigen würden.

Bürgermeister Lutz fasste zusammen: "Aktuell betreibt BASF die Kläranlage und hat einen Vertrag mit der Gemeinde. Wir sehen, dass wir eine Alternative haben." Zudem teilte er mit, dass ein Obergutachten zur Sanierung zum Aspekt der Nachhaltigkeit komme. Dabei sei die Festlegung der Kriterien entscheiden, die sicherlich von der BI und der BASF unterschiedlich gesehen würden. Bei diesem Gutachten werde geschaut, ob das Einkapseln auf lange Sicht nachhaltig sei.