ANSICHTSSACHE: Do it yourself!

Ralf H. Dorweiler

Von Ralf H. Dorweiler

Do, 07. Februar 2013

Grenzach-Wyhlen

Plötzlich wird überprüft, ob die Gemeinde die Umgehungsstraße für Wyhlen nicht vorfinanzieren könnte. Bisher waren Forderungen in diese Richtung abgeschmettert worden. Was ist nun von dieser Ideensammlung zu halten? Soll damit einfach Druck dem Land gegenüber aufgebaut werden? Eine Gemeinde, die Geld in die Hand nehmen will, um eine Bundes-/Landesaufgabe zu übernehmen, muss ja schließlich einen gehörigen Handlungszwang haben. Oder ist es, wie sicherlich einige Zimmermann-Gegner vermuten werden, Augenwischerei, um die befürchteten Nachteile durch Gefahrguttransporte durch Wyhlen kleinreden zu können?

Das Timing und die Dringlichkeit, mit der nun vorgegangen wird, lässt beides möglich erscheinen. Vielleicht geht es aber auch einfach darum, den Bürgern Wyhlens etwas Gutes zu tun und ihnen die langersehnte Entlastung schneller zukommen zu lassen. Wenn jetzt nur die Grenzacher Umfahrung gebaut wird und Wyhlen erst in unbestimmter Zeit folgt, wäre kaum etwas gewonnen. Auf jeden Fall überrascht Grenzach-Wyhlen erneut.

Jetzt stellen sich erst einmal mehrere Frage: Woher will man die 14 Millionen bekommen? Als Kredit werden die nämlich ziemlich teuer sein, auch wenn die Zinsen am Boden sind. Kann man wirklich sicher gehen, die Millionen einer Vorfinanzierung einmal zurückzubekommen? Und liegt es vielleicht im Interesse der Industrie, sich an möglichen Vorlagekosten zu beteiligen? Eine solche Bereitschaft würde wohl viele erstaunen. Auf jeden Fall passte es, dass Bürgermeister Lutz in der Sitzung Grenzach-Wyhlen mehrfach mit dem kleinen gallischen Dorf aus den Asterix-Comics verglich. Das war ähnlich unbeugsam. Hoffentlich gibt es hier am Ende auch ein großes Wildschweinessen, weil das Abenteuer gut ausgegangen ist...