ANSICHTSSACHE: Flott am Rohr

Ralf Staub

Von Ralf Staub

Sa, 09. November 2013

Grenzach-Wyhlen

Nicht nur die IG Hafenlärm wirft einen besonderen Blick auf den Birsfelder Rheinhafen, vor Wochenfrist war auch eine Gruppe der Grenzach-Wyhlener vor Ort, als die Kameraden aus Birsfelden den Ernstfall probten: Keine schlechter Gedanke angesichts des großen Gefahrgutpotenzials, das dort umgeschlagen wird. Dass eine solche Übung hilfreich ist, konstatierten die Gastgeber: Die Anschlüsse der Schläuche seien bei deutschen und Schweizer Wehen nämlich unterschiedlich. Abgesehen davon verlief das Zusammenspiel eher problemlos, auch wenn der Schweizer Übungsleiter mit leichter Süffisanz in der Basler Zeitung festhielt, dass der Mann auf der Drehleiter zu früh, zu flach und auch noch mit Vollstrahl auf ein Wellblechdach gespritzt habe, das dem deutschen Strahl nicht gewachsen war. So war am Ende ein kleiner Wasserschaden zu beklagen.

Steigerungsfähig

Lässt sich der Begriff ,nachhaltig’ steigern? Auf die Beantwortung dieser Frage wird es hinauslaufen, wenn in Kürze gutachterlich geklärt wird, ob die von der Firma BASF gewählte Sanierungsmethode in der Kesslergrube diesem Kriterium entspricht. Falls dies nämlich der Fall sein sollte, dann wäre der Totalaushub auf Roche-Kosten eben nachhaltiger. Am Grubeninhalt jedenfalls lassen sich die unterschiedlichen Wege nicht festmachen: Peter Donath, Chemiker und der Ende der 70er Jahre Umweltbeauftragter der damaligen Ciba in Grenzach, hat vor der jüngsten Sitzung bereits darauf hingewiesen, dass es keinen Unterschied hinsichtlich der abgelagerten Industrieabfälle gebe in den heute als Perimeter I, II oder III gekennzeichneten Grubenzonen – was vom Kessler-Gutachter bestätigt wurde. Nicht ausgeschlossen also, dass, wenn an dem Begriff der Nachaltigkeit festgehalten wird, nicht gesteigert, sondern abgestuft werden muss: Nachhaltig, weniger nachhaltig, am wenigsten nachhaltig.