ANSICHTSSACHE: Offenes Visier

Ralf Staub

Von Ralf Staub

Sa, 09. März 2013

Grenzach-Wyhlen

Wer immer den anonymen Brief – kein bloßer Zettel wohlbemerkt – mit Beleidigungen und einem als bedrohlich aufzufassendem Unterton verfasst hat, er (oder sie) hat den zwar äußerst intensiven, aber doch weitgehend fairen Meinungsaustausch diskreditiert und auch der BI geschadet: Wer beleidigt, und dazu noch anonym, hat Unrecht! Die enorm hohe Zahl von Leserbriefschreiberinnen- und -schreibern hat sich durchaus differenziert mit dem Thema auseinandergesetzt und damit einen wertvollen Beitrag zum Meinungsbildungsprozess geleistet – und das mit offenem Visier. Auch die Gemeinderäte sollten sich gut überlegen, ob sie tatsächlich im Geheimen pro oder contra Zimmermann abstimmen wollen. Wer eine Meinung zu dem Thema hat, der soll sie auch zeigen – eine absolute Wahrheit gibt es auch hier nicht, auch wenn der eine oder andere vom Gegenteil überzeugt ist.

Offene Fragen

Wenn Gisela Splett, die Staatssekretärin im Verkehrsministerium, am 25. März in die Gemeinde kommt, dann gibt es einige offene Fragen, zu denen sie Stellung nehmen kann: zu den völlig unterschiedlichen Verkehrszahlen selbstverständlich und warum trotz Baubeginns am Hörnle sich die B34 neu dennoch in der Rangliste behaupten muss. Nicht uninteressant ist auch der grenzüberschreitende Aspekt, welche regionale Netzfunktion die B34 hat. Außerdem könnte die Staatssekretärin, die zugleich auch die Lärmschutzbeauftragte der Landesregierung ist, Tipps geben, wie bis zu einer Fertigstellung der Umgehung zumindest eine Entlastung der Ortsdurchfahrt Wyhlen samt Siedlung über einen Lärmaktionsplan funktioniert. Ob sie bei ihrem Besuch aber auch den richtigen Eindruck von der tatsächlichen Situation mitnehmen kann, ist trotz eines Treffens am Eck B34/Klosterstraße fraglich. Der Termin liegt an einem Montag, morgens um 11 Uhr – nicht gerade Rushhour.