Auch ein leichtes Thema hat Tücken

Ralf H. Dorweiler

Von Ralf H. Dorweiler

Mo, 12. Juni 2017

Grenzach-Wyhlen

Musical-Company des Lise-Meitner-Gymnasiums hat sich mit "Natürlich Blond" eine Komödie vorgenommen / Premiere am 20. Juli.

GRENZACH-WYHLEN. Eine echte Komödie steht in diesem Jahr bei der Musical Company des Lise-Meitner-Gymnasiums (LMG) auf dem Programm. Vom 20. bis 23. Juli heißt es in der Hochrheinhalle jeweils von 20 Uhr an "Natürlich Blond". Für das Großprojekt haben Lehrer, Schüler, Eltern und weitere Beteiligte schon eine Menge wichtiger Meilensteine erreicht.

Thomas Vogt, Musiklehrer am LMG und Projektleiter der Musical Company, hat zu einem Termin mit der Redaktion Verstärkung mitgebracht. Simone Chambers, stellvertretende Elternbeiratsvorsitzende, ist verantwortlich für die Schülerorganisation. Sasa Brezak aus der 12. Klasse ist in der Gruppe Maske und Ton, Rosa Di Nardo aus der zehnten Klasse gehört zu den Hauptdarstellerinnen. Allen gemein ist eine sofort spürbare Begeisterung. Trotz der vielen Arbeit und eines hohen, semiprofessionellen Anspruchs – die Erwartungen sind nach den bisherigen Produktionen hoch – überwiegt der Spaß an der Sache und an der Zusammenarbeit.

Schon zu Beginn des Schuljahres hat das angefangen. In einem Landschulheim bei Sasbach lernten die Teilnehmer das Stück und sich gegenseitig kennen. Auch die Orgagruppe und das Filmteam waren dabei. "Das hat uns zusammengeschweißt", sagt Thomas Vogt.

Dem Orgateam stand dann eine besonders wichtige Aufgabe bevor: die Sponsorensuche. Chambers ist froh, dass die Erstellung der Sponsorenmappe und die Akquise so gut funktioniert haben: "Die Sponsoren sind alle gefunden. Und unser sowieso hochgestecktes Ziel wurde sogar noch übertroffen."

Auch weitere wichtige Arbeiten musste das Orgateam schon mit Vorlauf angehen, zum Beispiel den Kartenvorverkauf. "Wir können ab diesem Jahr Karten online verkaufen", freut sich Brezak. Auf der Internetseite kann man Plätze wählen und direkt bezahlen. "Wer sich Karten ganz analog kaufen möchte, kann das auch in der Bücherei Grenzach tun", ergänzt Chambers.

Dem Organisationsbereich sind mehrere Teams angegliedert: Werbung, Kartenverkauf, Catering, Kostüme, Maske, Homepage und das Videoteam, das die ganze Produktion begleitet. Knapp 50 Personen teilen sich die Aufgaben in den Gruppen, davon, so Chambers, seien mehr Eltern dabei als Schüler.

"Die Produktion ruht auf drei Säulen", erklärt Vogt. Das LMG agiert als Veranstalter, die Musical-Company ist für den künstlerischen Bereich zuständig und der Verein zur Förderung von Musiktheater am LMG hat die wirtschaftliche Seite übernommen.

Auch die Proben für die Arbeit auf der Bühne laufen längst. Die 25 bis 30 Schauspieler kamen zuerst nur freitags zu Proben zusammen, wie Rosa Di Nardo berichtete, mittlerweile gehören auch die Samstage und Sonntage der Musical Company. "Ab dem 6. Juli gehen wir in die Hochrheinhalle, dann wird jeden Tag ganztätig gearbeitet", sagt Vogt, der die Regie inne hat. Auch fungiert er zusammen mit seiner Frau als Gesamtleiter. Für die musikalische Leitung ergänzt Max Koppermann das Team. Die beiden Vogts sind zum Auswählen eines neuen Stücks durch ganz Deutschland gereist. Das Stück hat sie schnell überzeugt, auch deshalb, weil man nach eher ernsten Stoffen dieses Mal gern ein leichteres Thema angehen wollte. Natürlich Blond sei "eine Komödie zum Totlachen", wie Vogt betont, dabei aber auch nicht oberflächlich, sondern mit Aussage.

Inhaltlich geht es um die Blondine Elle Woods, die an einer Eliteeinrichtung Jura studiert und dabei gegen Vorurteile ankämpft – mit ihren ganz eigenen Mitteln.

"Das Stück wirkte so einfach, aber wir haben schnell festgestellt, dass es sehr schwer ist", sagt Vogt. Rosa Di Nardo konkretisiert, dass es sehr schwierige Tonarten gibt, die zudem ständig wechseln, eine Herausforderung für Band und Sänger. Und viele Szenen sind komplett durchchoreografiert mit vielen Tänzen. "Der Tanz trägt die Handlung", wie Di Nardo es ausdrückt.

Ob sie zuversichtlich sind, dass die vier Aufführungen mit je 750 Plätzen ein Erfolg werden? Eine ganze Zeit lang habe es schwierig ausgesehen, meint Vogt, aber dann sei Anfang Juni der Knoten geplatzt. "Das war für uns eine Probe, die wir als Durchbruch bezeichnen können. Da konnte man sagen, dass es etwas wird", meint er.

Infos gibt es auch online unter https://www.musical-lmg.de