BASF bleibt bei der Einkapselung

Ralf Staub

Von Ralf Staub

Di, 23. Juli 2013

Grenzach-Wyhlen

Konzern verteidigt die Sanierungsmethode für die Kesslergrube als dauerhaften und nachhaltigen Schutz von Mensch und Umwelt.

GRENZACH-WYHLEN (BZ/rs). Die Pressemitteilung kam am Montag um halb fünf. Am Tag vor der heutigen Sitzung des Gemeinderates, in der eine Resolution für eine Nachbesserung bei der Sanierung der Kesslergrube gefordert wird, nimmt der Konzern Stellung: Er sieht in der Einkapselung einen "dauerhaften und nachhaltigen Schutz". Gleichzeitig wird Transparenz und Offenheit im Umgang mit der gewählten Sanierungsvariante zugesichert.

"Die BASF nimmt die Bedenken des Gemeinderats von Grenzach-Wyhlen bezüglich der Sanierungsmethode für ihren Teil der Kesslergrube ernst", heißt es in der Pressemitteilung. BASF vertritt den Standpunkt, dass die Sanierungsmethode der Einkapselung einen dauerhaften und nachhaltigen Schutz von Mensch und Umwelt gewährleistet. Dies werde sowohl von Altlastenexperten als auch von der Altlastenbewertungskommission des Landes Baden-Württemberg bestätigt. BASF verschließe sich der Diskussion nicht, sondern wolle "weiterhin offen und transparent über ihre Sanierungsmethode informieren und diskutieren".

BASF plant ihren Teil der Kesslergrube zu sichern, in dem der belastete Boden mit einer umfassenden unterirdischen Dichtwand und einer Oberflächenabdichtung eingeschlossen wird. Der zuständige Projektleiter der BASF Schweiz AG, Daniel Rehm, wird zitiert: "Mit der Sanierungsmethode der Einkapselung gewährleistet BASF einen vollständigen und sicheren Einschluss der verunreinigten Bereiche. Die Dichtheit der Kapsel bleibt über Jahrzehnte gewährleistet. Durch Entwässerungs- und Reinigungssysteme stellen wir sicher, dass das Grundwasser nicht verschmutzt wird."

Mehrere renommierte und erfahrene Ingenieurbüros haben in jahrelangen umfassenden Abklärungen verschiedene Sanierungsmethoden für die Kesslergrube untersucht. Ihre Gutachten für den Teil von BASF kommen dabei zum Schluss: Eine Einkapselung schütze die Umwelt und die Bevölkerung dauerhaft und nachhaltig und entfalte eine gleich gute Schutzwirkung wie andere Sanierungstechniken.

Auch juristisch sieht sich BASF auf der sicheren Seite: Die Sanierungsmethode mittels Einkapselung entspreche voll und ganz den gesetzlichen Anforderungen. Sie werde "den Kriterien Eignung, Wirksamkeit, Effektivität und Verhältnismäßigkeit sowie Umweltverträglichkeit gerecht." Sie sei zudem eine vielfach bewährte Sanierungsmethode, die in Deutschland und in Europa an vielen Altlastenstandorten erfolgreich angewendet wird und für die genügend Erfahrungen vorliegen. Die Firma hält fest: Die Altlastenbewertungskommission des Landes hat im März 2013 der Detailplanung der Sanierungsvariante von BASF zugestimmt, und diese als "zielführend, rechtmäßig und genehmigungsfähig beurteilt".

Aufgrund der Bebauung und der aktiven Nutzung des betroffenen Areals mit Industriegebäuden sowie der industriellen Abwasserbehandlungsanlage der BASF und der kommunalen Kläranlage der Gemeinde sei ein Aushub als Sanierungsvariante "unter den gegebenen Umständen nicht möglich". Im Bereich der Geigy-Grube, das ist der Teil, den die BASF einkapseln will, seien keine lokal eng begrenzten Schadstoffherde (Hot Spots) auszumachen. Zudem sei das Volumen der von BASF zu sanierenden Grube im Vergleich zu derjenigen von Roche rund dreimal größer.

Gegenüber der gewählten Sanierungsmethode wären "bei einem Aushub gravierende Nachteile für Mensch und Umwelt" in Kauf zu nehmen. Von Seiten des Projektleiters wird betont, dass sich bei einem Aushub die Dauer der Sanierungsarbeiten deutlich verlängern wird. Es wäre mit einer Sanierungsdauer von bis zu 10 Jahren zu rechnen. Ein Aushub dieser Größenordnung hätte massiven Mehrverkehr – in erster Linie von Lastwagen für den Baustellenverkehr – während der gesamten Sanierungsdauer zur Folge. Dadurch wären die Einwohner von Grenzach-Wyhlen von erhöhten Staub- und Lärmimmissionen betroffen. BASF erachtet deshalb auch unter Berücksichtigung dieser Faktoren die Einkapselung als geeignetste Sanierungsmethode."

Die BASF bekundet ihre Bereitschaft, allen Interessierten Rede und Antwort zu stehen.