BASF dockt bei DSM an

Ralf Staub

Von Ralf Staub

Fr, 24. Mai 2013

Grenzach-Wyhlen

Die wochenlange Sperrung der Rheinallee ist dem Bau einer Wasserverbundleitung geschuldet.

GRENZACH-WYHLEN. Die Firma BASF rückt näher an den Nachbarn DSM heran: Nachdem DSM bisher schon Strom und Dampf geliefert hat, kommt jetzt auch noch Wasser dazu: Zwischen den beiden Firmen verlaufen jetzt zwei dicke Leitungen unter der Rheinallee hindurch.

Die Baustelle ist seit Wochen eingerichtet, Verkehrsschilder an der Abzweigung Rheinallee bei der Emil-Barell-Straße und am Gmeiniweg weisen insbesondere den Schwerverkehr daraufhin, dass es kein Durchkommen und keine Wendemöglichkeit gibt. Anwohner wundern sich über die Baustelle, die quer durch die Straße verläuft, etwa in der Höhe wo in einigen Metern Höhe die silberfarbige Dampfleitung von der DSM in das BASF-Areal führt. "Keine Ahnung, was die da machen", meint eine Frau, die ihren Hund ausführt. Auch von der der Gemeinde kommt eher Schulterzucken: Da werden irgendwelche Leitungen verlegt, meint ein Mitarbeiter des Bauamtes auf Nachfrage, die Gemeinde habe dies in erster Linie deshalb mitbekommen, weil die Straßenbeleuchtung zweimal provisorisch verlegt werden musste.

Genau weiß es Karl-Walter Bär, was in der Rheinallee und den angrenzenden Firmenarealen läuft. Bär ist Leiter der Site Services bei DSM, also für die Infrastruktureinrichtungen verantwortlich. Und dazu gehört auch die Kühl- und Prozesswasserversorgung. Die beiden Firmen arbeiteten im Bereich der Versorgung partnerschaftlich eng zusammen, hält Bär fest, DSM liefere den Nachbarn seit einigen Jahren Strom aus dem eigenen Kraftwerk sowie Dampf, der bei den Produktionen der DSM anfalle. Weil die DSM auch bei der Förderung von Kühlwasser aus dem Rhein Überkapazitäten habe, hätten die beiden Firmen das Projekt, die BASF über eine Leitung mit Kühlwasser von der DSM aus zu versorgen, gemeinsam entwickelt. Das Wasser wird bei der DSM gefördert, gefiltert und aufbereitet und dann über zwei Leitungen mit 30 Zentimetern Durchmesser über etwa 200 Meter zu den Nachbarn gepumpt. Unter dem Strich sei dies "ökonomisch und ökologisch sinnvoll", betont Bär. BASF brauche keine eigene Anlage zu unterhalten, DSM nutze ihre Anlage besser aus – auch unter energetischen Gesichtspunkten.

Die gesamte Ausführung habe man aber einem Generalunternehmen überlassen. Dass die Baustelle so lange dauert, sei dem miserablen Wetter geschuldet, das für Tiefbauarbeiten absolut unpassend ist. Mittlerweile stehe das Projekt aber kurz vor dem Abschluss, in wenigen Tagen sollte der Feinbelag aufgebracht und die Straßensperrung auch wieder aufgehoben sein, so Bär.

Für die BASF ist die Wasserversorgung von DSM ein Gewinn, sagt Firmensprecher Franz Kuntz. Aufgrund der Neuausrichtung des Standorts, verbunden mit einem Rückbau von Anlagen, ist die eigene Förderung über eine Pumpstation aus dem Rhein überdimensioniert, außerdem seien dringende Sanierungen angestanden. Der neue Versorgungsweg mit Fabrikwasser ist ausgelegt auf eine maximale Menge von 1200 Kubikmeter pro Stunde bei einem Druck von nahezu 4 bar und verfügt über ausreichende Kapazitäten für weitere industrielle Ansiedlungen, erklärt Kuntz.