Erkundungsbedarf auf drei Flächen

BASF lässt nach weiteren Altlasten im Boden suchen

BZ/ger

Von BZ-Redaktion & Peter Gerigk

Fr, 26. Februar 2016 um 16:55 Uhr

Grenzach-Wyhlen

BASF nimmt auf Veranlassung des Landratsamts Lörrach als zuständige Bodenschutz- und Altlastenbehörde das Werksgelände in Grenzach-Wyhlen genauer unter die Lupe.

Dem Landratsamt Lörrach liegt das Untersuchungskonzept für die ausführliche Untersuchung potentieller Bodenverunreinigungen auf dem Werksgelände der BASF Grenzach GmbH vor. Dort sind Auffüllungen bekannt, die im Bodenschutz- bzw. Altlastenkataster des Landkreises erfasst sind. Bisher wurden diese Flächen in einer ersten Stufe orientierend untersucht, teilt BASF mit.

In einem umfangreichen Gutachten wurde eine systematische Aufarbeitung des Standorts vorgenommen und die 120-jährige Entwicklung der industriellen Nutzung dargestellt. Im Anschluss daran wurden die Auffüllbereiche mit allen dazu vorliegenden Informationen näher betrachtet. Für drei der Flächen besteht aktuell weiterer Erkundungsbedarf. Dabei werden Untergrunduntersuchungen aus den vergangenen Jahren berücksichtigt. In den nächsten zwei Jahren soll die so genannte Detailuntersuchung erfolgen. Die daraus gewonnenen Daten und Erkenntnisse liefern Klarheit über mögliche Belastungssituationen im Untergrund und bilden die Grundlage dafür, ob und inwieweit weitere Sanierungsmaßnahmen dort erforderlich sind.

Das Untersuchungskonzept wurde durch das Landratsamt geprüft. "Uns liegt ein sehr umfangreiches Erkundungsprogramm für die drei Flächen vor, das ermöglichen wird, diese in ihrer räumlichen Ausdehnung und ihrem potentiellen Schadstoffinventar zu erfassen", wird Inga Nietz vom Fachbereich Umwelt des Landratsamts Lörrach in der Mitteilung von BASF zitiert.

An technischen Maßnahmen werden unter anderem geophysikalische Erkundungsmethoden sowie großkalibrige Aufschlussbohrungen, Bodenluftabsaugungen und geohydraulische Untersuchungen vorgenommen. BASF beauftragte damit eine Fachfirma. Die Erkundungsmaßnahmen sind unabhängig von der Sanierung der Kesslergrube und werden in den nächsten Jahren durch das Landratsamt Lörrach als überwachende Behörde begleitet.

"Die schrittweise Erkundung der restlichen Verdachtsflächen des 50 Hektar großen Firmengeländes entspricht nicht nur den umweltrechtlichen Vorgaben", sagt Nietz, "sondern hilft, mögliche Auswirkungen auf die relevanten Schutzgüter Boden, Grund- und Oberflächengewässer zu bestimmen."

Nach Auskunft des Landratsamts Lörrach gab es keinen besonderen, aktuellen Anlass dafür, dass die Behörde anregte, nun auch das Grenzacher Werksgelände des Unternehmens nach möglichen Bodenverunreinigungen zu untersuchen. Auch aufgrund der langen Geschichte dieses Chemiestandorts und den Altlasten, die sich bekanntlich in der benachbarten Kesslergrube befinden, sei davon auszugehen, dass auch der Boden des Werkgeländes verunreinigt sein könnte.