Bebauungsplan Rheinvorland West

BASF sieht zu wenig Raum für Entwicklung

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Do, 25. Februar 2016 um 15:26 Uhr

Grenzach-Wyhlen

Das Unternehmen BASF nimmt zum Grenzach-Wyhlener Bebauungsplanentwurf Rheinvorland West Stellung und kritisiert, dass ihm damit Entfaltungsmöglichkeiten fehlen würden.

Das Unternehmen BASF hat am Donnerstag im Rahmen der Offenlegung seine Stellungnahme zum Bebauungsplanentwurf Rheinvorland West der Gemeinde Grenzach-Wyhlen abgegeben. Dieser Bebauungsplan soll die Bebauung auf dem BASF-Areal regeln und ist für den BASF-Standort Grenzach von großer Bedeutung. In seiner umfangreichen Stellungnahme weist das Unternehmen auf alle vorhandenen und potenziellen Einschränkungen hin, die aufgrund des Bebauungsplans für die BASF zu erwarten sind.

"Für uns ist es wichtig, dass der Bebauungsplan ausreichend Entfaltungsmöglichkeiten für die BASF lässt", sagt George Basrawi, der Standortleiter bei BASF in Grenzach. "Als Eigentümer des Areals und Arbeitgeber für rund 200 Mitarbeiter geht es uns darum, dass unsere Entwicklungsmöglichkeiten am Standort nicht eingeschränkt werden."

Kein geschlossenes Werksgelände
Der Bebauungsplan Rheinvorland West wird den Rahmen dafür vorgeben, in welcher Form die BASF künftig als Unternehmen am Standort tätig sein kann. Das Unternehmen hat wiederholt deutlich gemacht, dass das Areal als geschlossenes Werksgelände erhalten werden soll. In seiner Stellungnahme hält es weiterhin fest, dass der Bebauungsplan Art und Maß der Nutzungsmöglichkeiten des Standortes stark beschränkt.

"Die geplante kleinteilige Gliederung des Areals in Industrie- und Gewerbeflächen würde mögliche Erweiterungen sowie Neuansiedlungen von Produktionsbetrieben limitieren", sagt Wolfgang Wiesenhöfer, Produktionsleiter in Grenzach, der gemeinsam mit George Basrawi für die Aktivitäten am BASF-Standort verantwortlich ist.

Bauhöhen schränken ein
Der Bebauungsplan Rheinvorland West sehe auch nur einen sehr eingeschränkten industriellen Kern vor, der bereits heute weitgehend mit der bestehenden BASF-Produktion belegt ist, stellt das Unternehmen fest. Hinzu komme, dass die Begrenzung der Bauhöhen im Bebauungsplan für die industriell-gewerbliche Entwicklung des Standortes nicht ausreichend und passend sei. Die Anforderungen durch ständig steigende Umweltauflagen erfordern von Produktionsbetrieben, dass sie sich Optionen für zusätzliche Anlagen oder Dachaufbauten offen halten.

Die BASF kritisiert ebenfalls, der Bebauungsplan sehe ihrer Ansicht nach stark eingrenzende Vorgaben für die Dachgestaltung sowie Dachbegrünung vor. Denn industrieübliche Dächer, die in erster Linie technischen Anforderungen genügen müssen – wie die so genannten Sägezahndächer – wären damit aufgrund der Formenvorgabe nicht zulässig. Der aufgrund von statischen Anforderungen notwendige Dachaufbau für Begrünungen werfe unkalkulierbare wirtschaftliche sowie funktionale Probleme auf, schreibt BASF.

Nicht mit Störfallradius vereinbar
Die geplanten öffentlichen Grünflächen würden der Absicht von BASF widersprechen, das Areal als geschlossenes Werksgelände zu erhalten. Die Grünflächen würden unter anderem die Nutzung des Bahnanschlusses beeinträchtigen. Sie seien auch mit den für Produktionsanlagen erforderlichen Störfallradien nicht vereinbar. Diese dienen dem Schutz der Öffentlichkeit. Die BASF hat zudem seit Jahren immer wieder betont, dass durch eine gemeinsame Nutzung der vorhandenen modernen Infrastruktur mit anderen Industrieunternehmen hohe Synergieeffekte erzielt werden könnten. Hingegen würde der Bebauungsplan Rheinvorland West die industrielle Ansiedlung von Drittfirmen auf dem Areal behindern und es für BASF erschweren, Wettbewerbsvorteile zu realisieren.

Unverhältnismäßig eingeschränkt
Insgesamt stuft die BASF die mit dem vorliegenden Bebauungsplanentwurf verknüpften Einschränkungen als unverhältnismäßig ein – insbesondere im Vergleich zur Reglementierung anderer Industrieansiedlungen in der Gemeinde. Unter anderem sieht der Bebauungsplan weitaus striktere Richtwerte für Lärm vor als rechtlich geboten. Diese Richtwerte limitieren die Entwicklungsmöglichkeiten für eine industrielle Nutzung von Freiflächen auf dem BASF-Areal erheblich. Zudem wären die Anbringung von Werbeanlagen, zum Beispiel Firmenlogos, und der Betrieb neuer Schank- und Speisewirtschaften, wie beispielsweise einer Kantine, künftig nur eingeschränkt möglich.

Anmerkungen nicht berücksichtigt
Bereits 2011 hat die BASF ihre Planungen für das Werksareal öffentlich vorgestellt. Auch während der Vorarbeiten zum Bebauungsplanentwurf standen die BASF und die Gemeinde Grenzach-Wyhlen mehrmals in Kontakt. Die in der Stellungnahme von BASF erwähnten Einschränkungen seien bei mehreren Treffen mit der Gemeinde angemerkt, im vorliegenden Bebauungsplanentwurf allerdings nicht berücksichtigt worden. "Unser Ziel ist weiterhin ein Bebauungsplan, der sowohl den Interessen der Gemeinde als auch den Bedürfnissen der BASF gerecht wird", bekräftigt George Basrawi.