BASF und Recycler schließen Vertrag

Ralf H. Dorweiler

Von Ralf H. Dorweiler

Di, 11. Oktober 2011

Grenzach-Wyhlen

Zimmermann-Gruppe will 2013 starten / Gemeinde reagiert auf sich überschlagende Ereignisse mit Bürgerinformationsabend.

GRENZACH-WYHLEN. Bereits mit dem Eintritt in das Scoping-Verfahren hat die Zimmermann-Gruppe aus Güterloh klargemacht, dass es dem Chemie-Recycler ernst ist mit dem Anliegen, auf dem BASF-Gelände ein neues Werk zu erreichten und zu betreiben. Wie die BASF am gestrigen Nachmittag informierte, wurde gestern ein Vertrag mit der Zimmermann-Gruppe über die Ansiedlung abgeschlossen. Alles unter der Bedingung, dass die Behörden den noch zu stellenden Anträgen zustimmen.

Die Zimmermann-Gruppe plant in Grenzach den Bau einer Anlage zur chemisch-physikalischen Behandlung von festen und flüssigen Industrieabfällen. Nachdem erst kürzlich ein Scoping-Verfahren mit dem Regierungspräsidium Freiburg stattgefunden hat, bei dem ausgemacht wurde, welche Unterlagen einem Genehmigungsantrag beizulegen sind, machen die beiden beteiligten Firmen Nägel mit Köpfen. Der Vertrag steht. Der Bau der Anlage stehe aber unter dem Vorbehalt, dass die zuständigen Behörden den Antrag zum Betreiben der chemischen Recycling-Anlage auf dem Gelände der BASF auch genehmigen.

Bürgermeister Jörg Lutz teilte auf Anfrage der Badischen Zeitung mit, über die Vertragsunterzeichnung informiert worden zu sein. Dennoch stelle man fest, dass die Ereignisse sich überschlagen würden. Letzte Bremse wäre aber immer noch eine mögliche Veränderungssperre, die der Gemeinderat über das BASF-Areal aussprechen könnte. Die zuständigen Behörden könnten in einem solchen Fall keine Genehmigung aussprechen. Lutz sah dies aber wohl eher als allerletztes Mittel. Zunächst wolle man nun einmal feststellen, wie die Bürger zu der Ansiedelung stehen. Es gebe ja nicht nur Bedenken zur Ansiedlung des neuen Unternehmens, sondern auch Hoffnungen, etwa bei Beschäftigten der BASF, die sich vorstellen, zu Zimmermann wechseln zu können.

Die Zimmermann-Gruppe möchte Industrieabfälle in der Anlage so aufbereiten, dass sie wiederverwertet oder entsorgt werden können. Die Investitionssumme betrage rund sechs Millionen Euro, wie BASF und Zimmermann in einer gemeinsamen Pressemitteilung informieren. Die geplante Anlage verfüge über eine Kapazität von bis zu 140 000 Jahrestonnen und soll voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2013 in Betrieb gehen. Insgesamt, so heißt es in der Mitteilung, werde die Zimmermann-Gruppe mehr als 50 Arbeitsplätze schaffen. Jörg Lutz sieht diese letzte Zahl skeptisch. Damit sei nicht gesagt, wann oder wo die Arbeitsplätze geschaffen werden würden. Er gehe in seiner Entscheidungsfindung von dem ursprünglichen Wert von 15 Arbeitsplätzen aus. Wenn es doch mehr werden würden, wäre das zu begrüßen.

"Mit der Ansiedlung der Zimmermann-Gruppe im Grenzacher BASF-Werk öffnen wir unseren Standort gezielt für Partner, die zum vorhandenen Produktionskern passen und von den Vorteilen der Infrastruktur profitieren", sagt Bernd Brian, Geschäftsführer der BASF Grenzach.

Gerhard Zimmermann, Geschäftsführer der Zimmermann-Gruppe teilte mit: "Durch die Ansiedlung in Grenzach sind wir näher an unseren Kunden. Der Standort bietet optimale Bedingungen." Man könne, so Zimmermann, Transporte auch auf die Schiene und aufs Wasser verlagern und zudem die industrielle Kläranlage vor Ort nutzen.

In der heutigen Hauptausschusssitzung wird laut Lutz kurzfristig über eine Bürgerinformationsveranstaltung vorberaten, die der Gemeinderat dann noch beschließen muss. Als mögliches Datum sieht man den 9. November, zu dem verschiedene Varianten der künftigen Nutzung des BASF-Areals durch die Verwaltung vorgestellt werden sollen, die BASF über ihre Vorstellungen berichten wird und auch die Zimmermann-Gruppe zu Wort kommt. Im Anschluss werden die Bürger Möglichkeit haben, Fragen zu stellen und sich zu äußern, um eine Einschätzung über deren Wünsche zu erhalten.