Beleidigung ist kein Einzelfall

Ralf H. Dorweiler

Von Ralf H. Dorweiler

Do, 14. März 2013

Grenzach-Wyhlen

BI ist weiter für fairen Umgang.

GRENZACH-WYHLEN (dor). Nach einem Leserbrief in der Badischen Zeitung, in dem sich eine Bürgerin für die Ansiedlung der Firma Zimmermann ausgesprochen hatte, hatte die Dame ein anonymes Schreiben erhalten, in dem sie übel beleidigt wurde (wir berichteten). Wie Bürgermeister Jörg Lutz der außerordentlichen Gemeinderatssitzung vom Dienstag voranschob, sei dieses Schreiben leider kein Einzelfall. "Es geschehen Dinge in Grenzach-Wyhlen, die ich nicht für möglich gehalten hätte und für die ich mich schäme", sagte er. Es gebe Sachbeschädigungen von Autos, die auf die Diskussion zurückzuführen seien, Leute kämen in Geschäfte und würden sagen, dass sie dort wegen ihrer Ansicht zur Ansiedlung nicht mehr einkaufen würden, es gebe mehrere Schreiben und Drohungen. Nicht nur in einem Einzelfall sei eine Grenze überschritten worden. Lutz entschuldigte sich bei den Betroffenen und regte an, dass die Bürgerinitiative Zukunftsforum sich von solchen Handlungen distanzieren solle. Zudem appellierte er an die politische Diskussionskultur in der Gemeinde, auch andere Meinungen zu akzeptieren und nicht sofort zu buhen. Auch müsse klar sein, dass die Familie Zimmermann aus Menschen bestehe und ebenfalls respektvollen Umgang verdiene. Lutz betonte, dass er in Grenzach-Wyhlen keine Atmosphäre der Angst haben wolle.

Bürgerinitiative distanziert sich

Siegfried Müller, einer der Sprecher der BI, ergriff beim Tagesordnungspunkt Fragen der Bürger das Wort. "Wir als BI wollen uns auf das Schärfste davon distanzieren", sagte er in Bezug auf Beleidigungen und Sachbeschädigungen. Ihm sei es immer wichtig gewesen, die Diskussion fair zu führen. "Schade ist, dass es Trittbrettfahrer gibt, die so etwas schreiben." Diese gehörten nicht zur BI. Offizielle Schreiben der BI seien immer abgestimmt. Die Bürgerinitiative lege Wert auf Gesprächskultur und fairen Umgang. Auch die Mitglieder der Bürgerinitiative seien unfairem Umgang ausgesetzt gewesen. Man habe sie Krawallmacher genannt, eine Frau, die Unterschriften gesammelt habe, sei hart angegangen worden, es werde fälschlicherweise über die BI gesagt, man wolle einen Freizeitpark. "Wer uns kennt, der weiß, dass wir keine bösen Buben und Mädels sind, sondern nur das Beste wollen für unsere Gemeinde", endete er.