Besucherzentrum nimmt Gestalt an

Ralf H. Dorweiler

Von Ralf H. Dorweiler

Sa, 27. Dezember 2014

Grenzach-Wyhlen

Mit einem aufwändigen Konzept möchte Roche Bürger und Interessierte vor Ort über die Sanierung der Kesslergrube informieren.

GRENZACH-WYHLEN. Noch besteht das Besucherzentrum der Firma Roche an der Baustelle der Kesslergrube aus ein paar Containern, einem Konzept und einem Modell, aber eine Nachfrage bei den Planern macht schnell klar: Nicht nur mit der Komplettsanierung von Perimeter 1 der Altlastenablagerung will Roche Maßstäbe setzen, auch bei der Kommunikation nach außen hat man sich Besonderes vorgenommen. Und auch die Gemeinde soll etwas davon haben.

Cornelius Wittal ist in der Kommunikationsabteilung von Roche unter anderem für die Kesslergrube zuständig. Bei einer Gesamtinvestition von 239 Millionen Euro für die von allen Seiten als vorbildlich gelobte Sanierung gehört es auch dazu, Informationen zu bieten. Zum einen den Bürgern vor Ort, zum anderen aber auch Fachleuten. "Wir haben festgestellt, dass es in der Fachwelt für die Art der Sanierung direkt am Rhein ein sehr großes Interesse gibt", erklärte Wittal bei einem Termin bei der Agentur Mediaville in Weil am Rhein, wo die Badische Zeitung ein Modell des geplanten Besucherzentrums sehen durfte.

Geschäftsführer Andreas Dietrich und Ausstellungsgestalterin und Architektin Tanja Nolasco ließen sich zu Beginn der Planung von anderen Besucherzentren inspirieren. Dabei habe man sehr unterschiedliche Ansätze feststellen können, teils nur Stellwände, auf denen sachliche Informationen zu finden waren. Für die Sanierung der Kesslergrube will man nun etwas tiefer in die Trickkiste gegriffen.

Die Container, in denen das Besucherzentrum entstehen soll, sind am Salzländeweg bereits aufgestellt. Das Konzept, wie sie gefüllt werden sollen, steht auch schon. Hagen Pfundner, Vorstand der Roche Pharma, hat selbst Ideen beigesteuert, damit Besucher gut informiert werden.

Das Besucherzentrum soll frei zugänglich sein und auch von außen Informationen bieten. Wie es geöffnet sein wird, steht noch nicht fest. Auch nicht, ob es von außen noch eine Verkleidung für die Container geben wird. Dafür ist aber schon klar, dass Besucher im ersten Stock Besprechungsräume und einen Ort für Präsentationen vorfinden, während es unten einen Rundgang gibt. Nach einer kurzen Vorstellung von Roche soll vor allem deren Philosophie eine Rolle spielen. In einem weiteren Bereich soll die Geschichte der Kesslergrube beleuchtet werden. Auch besondere Gegenstände können dort ausgestellt werden, die in der Grube gefunden wurden. "Was früher unter den Teppich gekehrt wurde, machen wir öffentlich", sagt Dietrich.

Da Besucher während der Sanierung nicht in die Zelte dürfen, kann man nicht direkt zeigen, wie gearbeitet wird. Eine "virtuelle Grube" soll da helfen, in der mit Klängen und Bildern gearbeitet wird. Eventuell wird eine Videoübertragung aus dem Zelt ermöglicht, wo man auch die außergewöhnlichen Arbeitsfahrzeuge bestaunen kann, die beim Komplettaushub eingesetzt werden. "Es geht um Dramaturgie, soll aber keine Show werden", betont Dietrich, der auch die Zukunft des Areals visualisieren will und zudem die Gemeinde einbinden möchte.

Die Gemeinde wird wohl neben der sanierten Kesslergrube noch etwas bekommen. Wittal: "Wir sind froh, dass die Gemeinde uns das Grundstück pachtfrei überlässt." Eventuell könnten die Container nach Abschluss an die Gemeinde übergehen.

Die Kosten für das Besucherzentrum werden im sechsstelligen Bereich liegen. Wittal geht davon aus, dass die ersten Besucher im Juni oder Juli empfangen werden können. Im Frühsommer ist auch der große Baubeginn für die Sanierung geplant.