BI informiert an Giftfässern

Ralf H. Dorweiler

Von Ralf H. Dorweiler

Fr, 22. Februar 2013

Grenzach-Wyhlen

Viele Aktionen geplant, um über befürchtete Nachteile einer Entsorgeransiedlung zu informieren.

GRENZACH-WYHLEN. Die Bürgerinitiative Zukunftsforum Grenzach-Wyhlen hat noch einiges vor. Nach der Gemeinderatsitzung am kommenden Dienstag, die sich vornehmlich der Zimmermann-Ansiedlung, der Zukunft der Industrie und der Diskussion der Umgehungsstraße widmen wird, planen die Bürger einen Informationsabend mit Musik am Mittwoch, um auf den Erörterungstermin am Donnerstag einzustimmen. Bereits am Samstag will man mit einer öffentlichkeitswirksamen Aktion Mitstreiter gewinnen.

In einem Pressegespräch am Donnerstagnachmittag informierten Vertreter der Bürgerinitiative über die Ziele ihrer Organisation. Rund 30 Personen bildeten den "harten Kern", wie Sprecher Siegfried Müller auf Nachfrage mitteilte. Rund 100 Personen seien aktive Unterstützer. Zudem verwies er auf knapp 1500 Personen, die gegen die Zimmermann-Ansiedlung unterschrieben hätten. Müller kritisierte, dass man vor dem Termin der Gemeinderatsentscheidung im Dezember über die Ansiedlung kaum Informationen bekommen habe. "Die Gemeinde hat sich im Vorfeld bedeckt gehalten", sagte er. Er betonte auch, dass die Bürgerinitiative sich über Sponsoring heimischer Künstler freue. Bei einer künftigen Aktion würden bereitgestellte Bilder für die Kasse der BI versteigert. Auch Musiker würden ihre Fähigkeiten für das Zukunftsforum einbringen.

Es folgten Vorträge der anwesenden BI-Vertreter. Manfred Mutter, ehemaliger Chemie-Professor in Basel, berichtete vom Besuch bei der Firma Zimmermann, die er als Show wahrgenommen habe. Er betonte, auch die BI sei für Industrie, allerdings gegen einen Entsorger, da es keinen Bedarf dafür gebe. Zudem gebe es viel Risiko und Umweltbelastung für wenig Nutzen. Bei Gesprächen mit BIs in Gütersloh habe er festgestellt, dass Zimmermann immer erst kleine Anlagen beantrage und dann diese stark ausweite.

Günther Holl, Fraktionssprecher der Grünen-Fraktion, stellte der Presse vor, was der Begriff Veränderungssperre bedeutet und legte die Verschmutzungen auf dem Industrieareal mit Kartenmaterial dar. Er forderte die Totalsanierung.

Yvonne Weber griff in einer emotionalen Rede die Argumente der Zimmermann-Gegner nochmals auf und forderte von Bürgermeister und Gemeinderat, ihrem Gelöbnis nachzukommen, Schaden von den Bürgern abzuwenden.

Herwig Eggers, der Vorsitzende der BUND-Ortsgruppe, erinnerte an den Agenda-Prozess und sagte, der BUND habe sich mit der BI Zukunftsforum "verbündet". Viele Themen würden beide Gruppen gemeinsam beschäftigen.

Eggers ist auch Sprecher bei der Veranstaltung am Donnerstag, 27. Februar, die um 19.30 Uhr im evangelischen Gemeindehaus in Grenzach beginnt. Weitere Referenten sind Manfred Mutter, Günther Holl und Yvonne Weber. Siegfried Müller wird moderieren. Geograf und Altlastenexperte Martin Forter (Greenpeace) ist als Gastredner eingeladen.

Nach den Referaten soll es Diskussionen und einen Umtrunk geben. Die Band "The Recyclers", die BI-Mitglied Rudolf Wahl auf die Beine gestellt hat, unterhält musikalisch.

Bereits am Samstag, 23. Februar, steht schon die nächste Aktion an. BI-Vertreter werden verkleidet mit weißen Schutzanzügen und mit "Giftmüllfässern" versehen von 8 bis 12 Uhr die in 10 000 Stück Auflage gedruckten Infoflyer verteilen und auch gerne mit weiteren Informationen als Gesprächspartner bereitstehen.