Keßlergrube

BRIEFE AN DIE BZ: Kollektivversagen des Landratsamts

Georg Dettweiler, Grenzach-Wyhlen

Von Georg Dettweiler & Grenzach-Wyhlen

Sa, 06. Dezember 2014

Grenzach-Wyhlen

Zur Genehmigung der Umspundung im Perimeter 2:

Das Landratsamt hat für seinen Entscheid zur Umspundung der Giftmüllgrube im Perimeter 2 einen Sofortvollzug angeordnet und begründet diesen so: "Da die zeitnahe Umsetzung der Sanierung im öffentlichen Interesse liegt". Dies betrübt mich zutiefst und macht mich verständnislos, da die BASF selbst auf http://www.kesslergrube.de informiert: "Die frühere Deponie Kesslergrube stellt derzeit weder für die Gesundheit der Einwohner der Region noch für die Umwelt eine Gefahr dar."

Es gibt eine einstimmige Resolution des Gemeinderates gegen die Umspundung und für den Totalaushub; Ex-Bürgermeister Jörg Lutz hat die Variante Umspundung als nicht zielführend erachtet; der BUND und BI stemmen sich vehement dagegen; Neubürgermeister Tobias Benz kündigte erneut eine verwaltungsrechtliche Klage an. Kann man hier etwa von öffentlichem Interesse für einen Sofortvollzug sprechen? Nach 40 Jahren Augen zuhalten? Es riecht eher nach einem Kollektivversagen des Landratsamts. Die Begründung ist schlicht eine Frechheit gegenüber der Allgemeinheit.

Was uns und unseren Kindern bleibt, ist zu hoffen, das die BASF ihrem eigenem Versprechen von Nachhaltigkeit nachkommt und zeigt, dass sie sich nicht hinter Roche verstecken braucht, sondern aushebt: weil es richtig ist!

Georg Dettweiler, Grenzach-Wyhlen