BUND: Die Sicherung schafft keine Sicherheit

Rolf Reißmann

Von Rolf Reißmann

Fr, 02. August 2013

Grenzach-Wyhlen

Mitgliederversammlung berät über Kesslergrube und Steg.

GRENZACH-WYHLEN. Große Themen gebe es in der Gemeinde genug, meinte Ortsgruppenvorsitzender Herwig Eggers zu Beginn der BUND-Versammlung. Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussehe, vielfach gehe es dabei um Arbeit. Nicht nur um solche, die sofort zu verrichten sei, sondern auch um solche, die im Ort bleiben solle. Ob Umgehungsstraße, Zimmermann-Ansiedlung oder Sanierung der Kesslergrube, alles hänge irgendwie mit der Sicherung von Arbeitsplätzen zusammen. Dabei sei es aber keineswegs hinderlich, rechtzeitig auf Entwicklungen hinzuweisen, die für die Gemeinde langfristig nachteilig würden.

Erfreulich sei gewesen, dass die Gemeinderäte in der Vorwoche absolut einmütig die Resolution an die BASF zur Sanierung der Kesslergrube verabschiedeten. Während Roche auf seinem Teil der Grube im kommenden Jahr mit dem vollständigen Aushub beginnen werde, sehe die BASF nur eine Sicherung vor. Nicht einmal von einer Einkapselung könne gesprochen werden, weil nach unten kein dichter Abschluss erfolgen werde. Eggers informierte nochmals über die Geschichte der Deponie, 1913 begannen dort die Ablagerungen, geschlossen wurde sie 1976. Hausmüll, Bauschutt und Erdaushub wurden mit einer erheblichen Menge chemischer Abfälle vermischt. Rund 310 000 Kubikmeter Material wurden so im Laufe der Jahrzehnte eingebracht, an der dicksten Stelle ist die Schicht 13 Meter dick, im Durchschnitt sechs Meter.

Der BUND lehnt die von der BASF vorgesehene Sicherung ab, dies schaffe langfristig keine Sicherheit gegen weitere Ausschwemmungen und ermögliche damit auch künftig eine Schädigung des Grundwassers. Wohl ebenso unzureichend seien die kalkulierten Mittel. Wenn Roche Pharma für die Sanierung von einem Drittel der Deponie 200 bis 250 Millionen Euro vorsehe, dann würden für den größeren Anteil 52 Millionen ganz bestimmt nicht ausreichen. Von seiner Position gegen die derzeit vorgesehene Sicherung durch die BASF werde der BUND auch künftig nicht abrücken.

Verärgert zeigte sich Herwig Eggers auch über die in den letzten Wochen erfolgte Montage des neuen Bootsstegs an der Salzlände. Der Wassersportclub habe damit mitten im Widerspruchsverfahren vollendete Tatsachen geschaffen, inzwischen habe er selbst erlebt, dass ein solcher Steg für das Wassern der Boote überhaupt nicht erforderlich sei.

Nun liege es beim Landratsamt, die derzeit eingereichten vier Stellungnahmen, darunter ein 21-seitiges anwaltliches Gutachten, die sich allesamt gegen den Steg an der jetzigen Stelle aussprechen, zu bewerten und danach erneut zu entscheiden. Eggers wies darauf hin, dass es durchaus möglich sei, langfristig den Steg an die östliche Seite der neue Slipanlage umzusetzen.

Nach Abschluss der Sanierung der Kesslergrube wäre dies ohne großen Aufwand möglich, dann wäre das im Agendaprozess von den Bürgern renaturierte Rheinufer wieder von den gegenwärtigen Belastungen frei.