Kritik an Sanierungsplänen der BASF

BUND sieht noch einiges im Argen liegen

Martin Eckert

Von Martin Eckert

Do, 08. Mai 2014 um 13:25 Uhr

Grenzach-Wyhlen

Am Mittwochabend kamen Mitglieder des BUND zu ihrem monatlichen Treffen zusammen, um aktuelle Themen der lokalen Umweltpolitik zu besprechen. Im Anschluss ging es auf eine nächtliche Amphibienexkursion mit dem Nabu.

GRENZACH-WYHLEN. Am Mittwochabend kamen Mitglieder des BUND zu ihrem monatlichen Treffen zusammen, um aktuelle Themen der lokalen Umweltpolitik zu besprechen. Vor allem die aktuellen Entwicklungen auf dem Kesslergrubenareal waren Thema, aber auch die Ablagerung von Bauschutt im FFH-Gebiet durch die Firma Baustoffrecycling Wyhlen (BRW) wurde wieder einmal angesprochen. Allerdings sputete man sich, denn direkt im Anschluss war eine Nachtexkursion des Nabu ins Biotop angesetzt, woran auch viele BUND-Mitglieder teilnehmen wollten.

KESSLERGRUBE
Nach der Veröffentlichung des Nachhaltigkeitsgutachten sehen sich auch die Mitglieder der BUND Ortsgruppe Grenzach-Wyhlen in ihrer bisherigen Haltung und ihrer Forderungen nach einem Komplettaushub der Kesslergrube bestätigt. Die von der BASF vorgetragenen Argumente und Interpretationen des Gutachtens, die laut BASF für die von ihr geplante Einkapselung des Perimeters 2 sprechen, bezeichnete der Vorstand des BUND, Herwig Eggers, als Etikettenschwindel. Er vermute hier eine Hinhaltetaktik seitens der BASF mit dem Ziel, Zeit zu gewinnen, um sich aus der Verantwortung stehlen zu können, auch wenn die Einkapselung den rechtlichen Rahmenbedingungen entsprechen würde. Denn die Einkapselung sei zwar im Augenblick die vermeintlich günstigere Lösung, entspreche jedoch nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik und werde in der Zukunft immense Kosten für den Unterhalt und die Instandsetzung der Einkapselung verursachen, so Eggers. Weiterhin zweifelte er daran, ob es überhaupt möglich sei, die ehemalige Deponie so einzukapseln, dass keinerlei Stoffe oder Gase nach außen dringen können. Ein gutes Beispiel sei hier etwa die ehemalige Deponie in Herten, an der ständig gearbeitet und saniert werden müsse. Der BUND bleibt daher bei seiner Forderung nach einem umweltverträglichen Komplettaushub und will die Konzepte von Roche und BASF intensiv prüfen.

EIN WEITERES THEMA BEI DER MONATLICHEN BUND-VERSAMMLUNG WAR DIE TATSACHE, DASS DAS BAUSTOFFRECYCLING WERK AM SCHACHT VIER JAHRE NACH DER ENTDECKUNG NOCH IMMER MATERIAL IM NATURSCHUTZGEBIET (FFH-GEBIET) LAGERE. DAS UNTERNEHMEN KONNTE MIT DEM LANDRATSAMT LÖRRACH SOGAR EINE VEREINBARUNG TREFFEN, DIE ES DER FIRMA BRW ERLAUBT, DAS MATERIAL FÜR WEITERE DREI JAHRE IM FFH GEBIET ZU LAGERN. WIE ES ZU DIESER VEREINBARUNG KOMMEN KONNTE, IST FÜR DIE MITGLIEDER DES BUND NICHT NACHVOLLZIEHBAR. ZUDEM BEMÄNGELT MAN, DASS BEREITS DIE VORHERIGE VEREINBARUNG NICHT EINGEHALTEN WORDEN SEI UND DIE BRW MIT EINER ZAHLUNG VON 10 000 EURO FÜR DEN VERTRAGSBRUCH VIEL ZU BILLIG DAVON KOMME. EBENSO KRITISIERT MAN, DASS IN DER NEUEN VEREINBARUNG KEINE VERTRAGSSTRAFEN VEREINBART SEIEN, FALLS DAS BETROFFENE GELÄNDE IN DREI JAHREN NOCH IMMER NICHT GERÄUMT SEIN SOLLTE. DER BUND FORDERT DAHER, DASS DIE FFH FLÄCHEN UNVERZÜGLICH VON DER FIRMA BRW GERÄUMT WERDEN MÜSSEN, UND DASS DIESE FÜR DEN EINGRIFF IN DAS NATURSCHUTZGEBIET AN ANDERER STELLE EINEN ANGEMESSENEN AUSGLEICH LEISTEN MUSS. AUCH FORDERT MAN MEHR TRANSPARENZ ÜBER DIE ABLÄUFE BEI BRW UND WIE DORT VERHINDERT WIRD, DASS BELASTETES MATERIAL VERARBEITET WIRD. AUF JEDEN FALL MÖCHTE MAN DIESE ANGELEGENHEIT ESKALIEREN UND DIE ZUSTÄNDIGE EU-BEHÖRDE IN BRÜSSEL ÜBER DIESEN UMSTAND INFORMIEREN. AMPHIBIENEXKURSION
Bei Nieselregen, Sturmböen und Unwetterwarnung trafen sich etwa 25 hartgesottene Naturfreunde zur Amphibienexkursion des Naturschutzbund Deutschland (Nabu) im FFH-Gebiet Wyhlen. Unter der Führung von Stefan Kaiser und Maximilian Sieber fand die Exkursion dieses Jahr zum dritten Mal statt und stellte einen neuen Besucherrekord auf, wie Kaiser erfreut feststellte. Bevor es um 21 Uhr bewaffnet mit Taschenlampen, Gummistiefeln und Regenschirmen auf die Suche nach Fröschen, Lurchen und Kröten ging, erklärte Kaiser den interessierten Zuhörern, welche Amphibienarten im Bio- und Geotop anzutreffen sind. Glücklicherweise besserte sich das Wetter aber kurz nach dem Start wieder, so dass während der über eineinhalbstündigen Wanderung die verschiedensten Tiere betrachtet werden konnten.

Die Argumente und Forderungen des BUND hinsichtlich der Kesslergrube stehen unter der Rubrik "Standpunkte" auf http://www.grenzach-wyhlen-bund.de