Bunter Protest übertrifft Erwartung

Martin Eckert

Von Martin Eckert

Mo, 29. Juni 2015

Grenzach-Wyhlen

Mehr als 200 Menschen fordern von BASF den Komplettaushub der Kesslergrube und geben sich kämpferisch.

GRENZACH-WYHELN. Unter dem Motto "Für sauberes Trinkwasser und einen Totalaushub der Kesslergrube" haben sich am Sonntag mehr als 200 Demonstranten vor der Kesslergrube in Grenzach versammelt. Zu dem grenzübergreifenden Protestspaziergang nach Basel hatten Greenpeace Basel sowie der BUND und die Bürgerinitiative (BI) Zukunftsforum aus Grenzach-Wyhlen aufgerufen.

Michaela Lötscher von Greenpeace freute sich über die vielen Teilnehmer. Sie nannte die Sanierungspläne von BASF "ungenügend und unverantwortlich". Greenpeace fordere auf jeden Fall einen Totalaushub der Kesslergrube. "Wir wollen die Thematik an eine breite Öffentlichkeit bringen, damit endlich etwas passiert", sagte Lötscher.

Rudolf Wahl von der Bürgerinitiative dankte Greenpeace für die Unterstützung und forderte eine zukunftsgerichtete und nachhaltige Entwicklung, da in 40 Jahren niemand mehr verantwortlich sei und die Kosten dann von der Allgemeinheit getragen werden müssen. Annette Grether von den Grünen erklärte: "Man kann nicht alles unter den Teppich kehren, irgendwann fängt es an zu stinken, und alles, was hier in den Rhein gelangt, landet irgendwann auch in Ludwigshafen." Auch Herwig Eggers, der Vorsitzende der örtlichen BUND-Ortsgruppe gab sich kämpferisch: "Wir werden so lange weitermachen, bis wir unsere Ziele erreicht haben."

"Alles, was hier in den Rhein gelangt, landet irgendwann auch in Ludwigshafen."

Annette Grether
Nach der letzten Rede setzte sich gegen 11.40 Uhr der bunte und lange Protestzug Richtung Basler Marktplatz in Bewegung. Viele Demonstranten hatten auch Plakate, die mit ihren Forderungen beschriftet waren, und gelb lackierte "Giftmüllfässer" mit BASF-Logo mitgebracht.

Die Strecke führte unter Polizeibegleitung über die Scheffelstraße und entlang der B 34 zur Grenze. Dort übernahm die Schweizer Polizei die Absicherung entlang der Grenzacher Straße, bis es über das Kraftwerk zum Birsköpfli ging. Dort wurde eine kurze Rast eingelegt. Danach ging es in der Mittagshitze weiter zum Basler Marktplatz, wo wieder die Teilnehmer der Demonstration zur Gruppe stießen, die nicht so gut zu Fuß waren und mit dem Bus nach Basel gefahren sind. Auf dem Marktplatz gab es weitere Beiträge von Carola Lambelet von der BI Zukunftsforum, Thomas Grossenbacher, Großrat der Grünen in Basel-Stadt, Beat Schreiner von der IG Deponie Feldreben und Altlastenspezialist Martin Forter.

Zoë Roth von Greenpeace zeigte sich unterwegs am Birsköpfle sichtlich zufrieden mit der bunten und friedlichen Veranstaltung: "Wir hatten mit etwa 100 Teilnehmern gerechnet, so dass unsere Erwartungen weit übertroffen wurden." Auch Fernsehen und Radio des Südwestrundfunks begleiteten die Aktion. Bis zum bevorstehenden Gerichtsentscheid hinsichtlich der verschiedenen Einsprüche sind jedoch vorerst noch keine weiteren Aktionen von Greenpeace geplant.

Mehr Fotos vom Protestspaziergang nach Basel finden Sie im Internet unter mehr.bz/protestspaziergang