Bürgerinitiative

Chemie-Recycler will nach Grenzach-Wyhlen - und löst Debatte aus

Ralf H. Dorweiler

Von Ralf H. Dorweiler

Di, 15. Januar 2013

Grenzach-Wyhlen

Am Donnerstag laden die Zimmermann-Gegner zu einer Informationsveranstaltung in den Dreikönigsaal ein.

GRENZACH-WYHLEN. Bis spätestens 21. Januar können Bürger Einwendungen gegen die Planung des Chemierecyclers Zimmermann-Gruppe aus Gütersloh – mittlerweile auch mit einem Firmensitz in Grenzach-Wyhlen – beim Regierungspräsidium Freiburg vorbringen. Eine Gruppe von Bürgern ist initiativ geworden und wirbt darum, dass möglichst viele Einwendungen zusammenkommen. Am Donnerstag, 17. Januar, möchte man im Rahmen einer Informationsveranstaltung Unterstützer gewinnen.

"Da immer noch (zu)viele Einwohner von Grenzach-Wyhlen nicht wissen, dass die Firma Zimmermann einen Antrag auf Erteilung einer immissionsschutz-rechtlichen Genehmigung für die Errichtung und den Betrieb einer Anlage zur Behandlung von gefährlichen und nicht gefährlichen Stoffen beim Regierungspräsidium Freiburg gestellt hat, hat sich kürzlich eine Bürgerinitiative gegen die geplante Ansiedlung der Firma Zimmermann gegründet", beginnt die nicht namentlich gekennzeichnete E-Mail, die auch als Einladung für die Informationsveranstaltung am Donnerstag, 17. Januar um 19.30 Uhr im 1. Stock des Restaurants Drei König, Basler Straße 6 fungiert.

Es sei bereits fünf vor zwölf, heißt es weiter. In beiden Ortsteilen laufen bereits Unterschriften-Sammlungen. Vorgefertigte Formulare liegen auch in etlichen Grenzacher Geschäften aus. "Es muss nur noch das Adressfeld ausgefüllt und unterschrieben werden", teilen die Zimmermann-Gegner mit. Die ausgefüllten Formulare würden von den Gegnern am Freitag geschlossen nach Freiburg gebracht. Wie Kurt Schlegel, eines der Mitglieder der Bürgerinitiative mitteilte, habe man noch keinen Überblick über die Anzahl der Unterschriften.

"Das Thema Zimmermann geht uns alle an – es geht um die Zukunft unserer Gemeinde", heißt es weiter in der Mail mit dem Aufruf: "Kommt zur Informationsveranstaltung, bildet Euch Eure Meinung und unterschreibt vor Ort, wenn Ihr gegen die geplante Ansiedlung seid."

Mit Plakaten für beide Ortsteile wird ebenfalls für die Teilnahme an der Veranstaltung geworben. Was dort genau passieren soll, darüber wird aber nirgends informiert. Schlegel teilte mit, dass darüber am Montagabend gesprochen werden sollte. Klar sei aber, dass man nur kurze Impulse geben wolle, dann sollte eine Diskussion starten. Schwerpunkte des Abends würden sicherlich die Verkehrsbelastung, die Emissionen und die Gefahr eines möglichen Störfalls werden. Wie es nach einer Ablehnung des Betriebs mit dem Areal und den Einnahmen der Gemeinde weitergehen werde, stünde zum aktuellen Zeitpunkt aber noch nicht auf dem Programm. Die Bürgerinitiative, die sich nach der Vertagung der Entscheidung durch den Gemeinderat im Dezember mit rund 30 Mitgliedern gegründet hat und über keinen offiziellen Namen verfügt, habe eine Gruppe gebildet, die sich mit dieser Thematik auseinandersetzt.

Rund 70 Personen hätten im Saal des Drei König Platz. Man könne nicht abschätzen, wie viele Leute kommen. Mitglieder des Gemeinderats und Bürgermeister Jörg Lutz sind nicht offiziell eingeladen worden. Wenn diese sich als Bevölkerung angesprochen fühlen würden, werde man sie aber nicht der Tür verweisen, sagte Schlegel, der betonte, dass es keinerlei offizielle Einladungen für den Abend gebe.

Aktuell hat die Gemeindeverwaltung vor kurzem die Kurzbeschreibung der geplanten Zimmermann-Anlage im Internet veröffentlicht, die von einem sachverständigen Ingenieurbüro erstellt wurde und so auch Teil der Antragsunterlagen für das Regierungspräsidium Freiburg ist. Diese kann man auf http://www.grenzach-wyhlen.de unter den Top-Themen finden.