Da kommt noch mehr angerollt

Heinz Vollmar

Von Heinz Vollmar

Mo, 04. März 2013

Grenzach-Wyhlen

Die erste Fahrraddemo der Bürgerinitiative "Uns stinkt’s" für die Umgehungsstraße soll erst der Anfang gewesen sein.

GRENZACH-WYHLEN. Bürgermeister Jörg Lutz sowie Gemeinderäte von SPD und CDU haben sich am Freitagabend unter die etwa 45 Personen gereiht, die an der Fahrraddemo der Bürgerinitiative "Uns stinkt’s" für die Umgehungsstraße in Grenzach-Wyhlen teilnahmen.

Die konkreten Forderungen formulierte zu Beginn Karin Lischer. Sie rief den übrigen Fahrraddemonstranten zu, dass man eine schnellstmögliche Ortsumfahrung B 34 zum Schutz der Bürger fordere. Man fordere darüber hinaus eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 Stundenkilometern zur Verringerung von Lärm- und Luftverschmutzung auf der Bundesstraße B 34 sowie Feinstaub und Lärmmessungen. Außerdem sollten Radardisplays und Dialogschilder aufgestellt werden, um Raser in der Nacht und am frühen Morgen feststellen zu können.

Lischer und die Demonstranten sprachen sich für mehr Sicherungsmaßnehmen aus, bis die Umgehungsstraße endlich gebaut ist. Letztendlich plädierten sie für Rücksichtnahme und Fairness für die Anwohner, die bei bestimmten Verkehrsbelastungszeiten ihre Ausfahrten nicht verlassen könnten. Abschließend forderte sie die schnellstmögliche Realisierung der ganzen, planfestgestellten Umfahrung – auch für Wyhlen. Bei dem Gespräch mit der Staatssekretärin des Landesverkehrsministeriums, Gisela Splett, in drei Wochen sollen die massiven Proteste der Demonstranten erneut auf den Tisch kommen.

Nach Angaben von Heinz Schwarz (SPD-Gemeinderat) ist der Bau der Umgehungsstraße auf der entsprechenden Priorisierungsliste für baureife Bundesfernstraßen in der Gruppe 3 zu finden. Dies bedeute, dass erst nach 2016 mit einem etwaigen Bau zu rechnen sei. Allerdings stehe fest, dass mit dem Bau bereits begonnen wurde, weil auch die Arbeiten am Grenzacher Horn in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Bau der Umgehungsstraße B 34 zu sehen seien. Dies wolle man nun auch der Staatssekretärin bei deren Besuch am 25. März verdeutlichen.

Als sehr erfolgreich bezeichnete Karin Lischer die Aktion am Freitag. Für den Anfang sei dies eine imposante Botschaft an die politisch Verantwortlichen gewesen. Bis zu den Sommerferien wolle man jeden ersten Freitag im Monat mit weiteren Protestveranstaltungen auf die Umgehungsstraßen-Misere aufmerksam machen, kündigte auch Heinz Schwarz im Pressegespräch an. Karin Lischer machte noch einmal deutlich, wie sehr vor allem die Anlieger der B 34 in Grenzach und Wyhlen von Lärm- und Umweltemissionen betroffen seien.

Nach der Demo habe unter anderem ein Anwohner von Rissen in seinem Haus an der Lörracher Straße in Wyhlen berichtet, die unmittelbar auf die Verkehrsbelastung auf der Lörracher Straße zurückzuführen seien. Ein anstehender Hausverkauf sei gescheitert.

Karin Lischer hofft nun, dass die Demo und die weiteren Protestaktionen noch mehr Druck auf die Politik ausüben. Deshalb hofft sie auch auf noch mehr Teilnehmer bei den Protestaktionen, die noch bis zu den Sommerferien anhalten sollen.