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18. März 2011
Das Museum kann kommen
Die einzige wohl noch erhaltene Tonflasche für Grenzacher Wasser von 1868 wird ausgestellt.
GRENZACH-WYHLEN (dor/BZ). Ende vergangenen Jahres hatte Hauptamtsleiter Carsten Edinger nachgedacht, ob das von den Gemeinden Birsfelden und Grenzach-Wyhlen gemeinsam geplante "Musee sentimental" wirklich umsetzbar sein könnte. Es war zu viel Arbeit und gab zu wenig Resonanz aus der Bevölkerung in Form von möglichen Ausstellungsgegenständen. Aktuell läuft aber alles bestens. Der Start im September ist gesichert, auch dank der Hilfe von Kurt Paulus, der die Koordination übernommen hat, wie sich Edinger freut.
Das Spannende an einem sentimentalen Museum ist die Verbindung von einem Ausstellungsstück mit einer persönlichen Geschichte. Die jeweiligen Geschichten werden über die Ausstellungsstücke und über Bild und Text im Zehnthaus präsentiert. Auf der Suche nach Besonderheiten hat das Team aus Grenzach-Wyhlen nun einen besonderen Fund gemacht: Die einzige wohl noch erhaltene Tonflasche für Grenzacher Wasser aus dem Jahr 1868 – inzwischen im Privatbesitz in Nordrhein-Westfalen – wird ab 17. September zur Verfügung stehen und in Wyhlen präsentiert. Die Leihgabe wird während des Sommerurlaubs des Sammlers im Schwarzwald übergeben.Werbung
Andere Leihgaben wie Dokumente, kleinere und auch größere Gegenstände liegen bei den Besitzern bereit und werden im September in allen Räumen des Zehnthauses aufgebaut. In Einzelfällen hat die Arbeitsgruppe zwischenzeitlich aber Geschichten eruiert, für die bisher keine passenden Exponate aufzufinden sind.
Um das Thema "Sandoz" auch über Fotos darzustellen, wird noch ein Foto des Sandoz-Unglücks 1986, aufgenommen von Grenzach aus, gesucht. Zum Thema Rheinschwimmbad war noch ein Original-Badeanzug aus den 50er-Jahren gesucht worden, der ist mittlerweile gefunden. Wer ein Sondoz-Foto liefern kann, kann sich mit der Pressestelle, Silke d’Aubert, Tel. 32-207, in Verbindung setzen.
Ab 9. September können Besucher den Birsfelder Teil der grenzüberschreitenden Ausstellung besuchen, ab 17. September öffnet das Zehnthaus, mittwochs und an den Wochenenden, bis zum 6. November die Tore. Mittwochs und samstags von 16 bis 19 und sonntags von 11 bis 16 Uhr können Besucher kostenlos die Ausstellung besuchen oder an einer Führung teilnehmen. Für Schulen und andere Besuchergruppen wird auf Anfrage extra geöffnet. Interessierte Lehrer können sich bereits jetzt einen Termin reservieren, denn nach sieben Wochen wird das Museum wieder abgebaut.
Als großen Glücksfall bezeichnet Hauptamtsleiter Edinger das Engagement von Kurt Paulus, der aufgrund seiner früheren beruflichen Erfahrungen geradezu prädestiniert ist, das Musee sentimental auf deutscher Seite vorzubereiten. Zudem hat er bereits Vitrinen organisiert und auch Planungen vorgenommen, wie die Ausstellungsstücke präsentiert werden sollen. "Jetzt läuft wirklich alles bestens", freut sich Edinger. Die Probleme zuvor seien gewesen, dass aufgrund von Unerfahrenheit niemand wusste, wie man an ein solches Projekt herangeht. Dass er selbst mit seinen eigentlichen Aufgaben nicht gerade wenig zu tun hat, hätte die Sache auch nicht erleichtert.
Autor: bz
