Der Rat erarbeitet sich eine Strategie

Ralf H. Dorweiler

Von Ralf H. Dorweiler

Di, 28. April 2015

Grenzach-Wyhlen

Bei Klausurtagung der Gemeinderäte und der Verwaltung wird klar, dass Grundsatzentscheidung in Sachen Rathaus nötig ist.

GRENZACH-WYHLEN. Die Gemeinde steht vor größeren Herausforderungen. Ob es um die Bauleitplanung für das BASF-Areal geht, die Notwendigkeit, Flüchtlinge aufzunehmen, die Zukunft der Rathäuser oder die Situation der Kinderbetreuung, vieles ist zu besprechen, wozu nicht immer die Zeit reicht. Am Freitag und Samstag kamen die Gemeinderäte daher zu einer Klausurtagung in Lenzkirch zusammen.

Freitag und Samstag verbrachten die Räte, Verwaltungsmitarbeiter und Bürgermeister Tobias Benz in Klausur. Mit dabei war Moderator Roland Strunk. Das Ziel der zwei Tage, so Bürgermeister Benz im BZ-Gespräch, war die Entwicklung einer Strategie und einer Priorisierung für die Gemeinderäte. Dabei gab es zunächst kurze einführende Referate der Verwaltung. Benz stellte die wichtigsten Themen vor, etwa die Schaffung von Wohnraum, Kinderbetreuung, die Entwicklung der Schullandschaft, die Unterbringung von Flüchtlingen, das BASF-Areal und die Kesslergrube. Aber auch die Schaffung von Gewerbeflächen sei wichtig, ebenso wie die Klärung der Rathausfrage und die Entwicklung der B34. Weitere Referate gab es zur aktuellen Haushaltssituation, zum weiteren Vorgehen in der Entwicklung der Neuen Mitte Grenzach und auch die Ortsmitte Wyhlen wurde intensiv besprochen. Man habe festgestellt, dass es wichtig sei, auch für Wyhlens Ortskern die Bürger ausgiebig zu beteiligen.

In mehreren Arbeitsrunden fanden sich die Gemeinderäte jeweils zuerst in Gruppenarbeit zusammen, bevor sie die Ergebnisse präsentierten und diskutierten. In der ersten Arbeitsrunde nahmen die Gruppen für ihre Themenbereiche eine Bestandsanalyse vor, wobei die Verwaltungsmitarbeiter als sogenannte "Flying Experts", "fliegende Experten", allen Gruppen zur Verfügung standen.

Arbeitsrunde zwei am Samstag diente der Formulierung von kurz- und langfristigen Zielen für Themen und die Gesamtentwicklung der Gemeinde. Die Verwaltungsmitarbeiter bildeten eine eigene Gruppe. "Es war interessant zu sehen, dass die Ergebnisse der Räte und der Verwaltung fast deckungsgleich waren", meinte Benz. Gemeinsam wurden dann Prioritäten gebildet.

In der dritten Arbeitsrunde wurde überlegt, welche Aufgaben realistischerweise mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen umzusetzen sind. Dabei, so Benz, habe man als Quintessenz herausgearbeitet, dass es entscheidend sei, zeitnah Grundsatzentscheidungen zu treffen. Dies müsse geschehen bei der Frage nach der Zukunft des Rathauses, weil sich daran die Gestaltung der Ortsmitten aufhänge, die wiederum für weitere Themen mitentscheidend seien. "Diese Grundfrage muss zuerst gelöst werden", sagte Benz. Zweite Quintessenz war, dass man beide Ortsmitten gleichberechtigt entwickeln will.

Bürgermeister Benz lobte die Klausurtagung als sehr intensiv und produktiv. Man habe sehr ernsthaft gearbeitet und wichtige Strategien entwickelt. Dabei habe man bei vielen Themen "einen großen Grad der Einigkeit bei den Räten" feststellen können. Die Veranstaltung sei für alle sehr motivierend gewesen.