BASF gibt Sanierungsantrag zur Kesslergrube ab

Die Mauer soll 30 Meter in den Boden

Ralf H. Dorweiler

Von Ralf H. Dorweiler

Di, 13. Mai 2014 um 19:15 Uhr

Grenzach-Wyhlen

Am gestrigen Montag reichte die BASF den Sanierungsantrag für Perimeter 2 der Kesslergrube beim Landratsamt Lörrach ein. Das Unternehmen informierte in einer Pressekonferenz über Einzelheiten der geplanten Einkapselung.

GRENZACH-WYHLEN. Am gestrigen Montag reichte die BASF den Sanierungsantrag für Perimeter 2 der Kesslergrube beim Landratsamt Lörrach ein. Das Unternehmen informierte in einer Pressekonferenz in Verbindung mit einer Ortsbegehung über Einzelheiten der geplanten Sanierung, die nach Vorstellungen des Konzerns als Einkapselung funktionieren soll. Das Nachhaltigkeitsgutachten habe gezeigt, dass es sich um eine nachhaltige Sanierungslösung handele, so Livio Ulmann, Projektleiter des Sanierungsvorhabens.

Neben Livio Ulmann waren von der BASF Cluster- und Werksleiter Bernd Brian, der Geschäftsführer der BASF Grenzach GmbH, George Basrawi und Pressesprecher Franz Kuntz beteiligt, ebenfalls anwesend war Matthias Weede vom Generalplaner ERM (Environmetal Ressources Management), der seit zweieinhalb Jahren am Sanierungsprojekt beteiligt ist.

Begrüßung
Brian betonte, dass sich das Grenzacher Werk seit 2009 in einer Restrukturierung befinde. Mit großen Investitionen (40 Millionen Euro bis 2018), die Beleg für ein Bekenntnis der BASF zum Standort seien, konzentriere man sich auf die Ausrichtung als Produzent im Bereich Care Chemicals. BASF gehe nach einer klaren Strategie vor, "zu der auch die nachhaltige Sanierung der Kesslergrube gehört."

Rahmenbedingungen
Livio Ulmann skizzierte die Rahmenbedingungen der Sanierung und betonte, dass Perimeter 2, der Bereich, für den BASF verantwortlich ist, kleinere Schadstoffmengen und eine geringere Schadstoffintensität aufwiesen als Perimeter 1. Zudem sind große Teile des Geländes mit Industrieanlagen überbaut, so dass sich die Einkaspelung unter zehn Sanierungsvarianten als geeignetste erwiesen habe. Von vier angefragten Ingenieurbüros habe kein einziges den teil- oder Totalaushub als bevorzugte Variante gesehen. Die Einkapselung sei auch laut Altlastenbewertungskommission als zielführend, rechtmäßig und genehmigungsfähig anerkannt. Zudem habe das Nachhaltigkeitsgutachten von Helmut Dörr ergeben, dass die Einkapselung nachhaltig sei. Ergänzende Hinweise des Gutachters werde man im Rahmen der Ausführungsplanung einarbeiten.

Die Technik
20 bis 30 Meter tief, davon neun Meter tief im Fels und einen Meter dick wird die 815 Meter lange Dichtwand rund um Perimeter 2 geplant, wie Planer Matthias Weede vom Institut ERM vorstellte. Um diese unterirdische Mauer zu errichten, werden Spezialbagger einen Schacht rund um das Gelände ausheben, der zunächst mit einer Füllflüssigkeit und dann mit einer speziellen Dichtwandmasse gefüllt werde, nicht einfach Beton. Eine zweite Sicherung sei die Abdeckelung des gesamten Geländes mit einer mehr als einen Meter starken Deckschicht, die begrünt werde. Zentrales Element dabei ist eine Folie, deren Dichtigkeit durch ein Raster von Sensoren ständig überwacht wird. Dritter Teil der Sanierung ist das Abpumpen des Wassers innerhalb der Dichtwand. Weiteres Wasser kann so nur von außen eindringen, nichts aber entweichen. Bei den meisten Sanierungen sei eine einzige der Maßnahmen bereits ausreichend. BASF wolle aber durch alle drei Maßnahmen nachhaltig agieren. Das Grundwasser wird nach Fertigstellung der Sanierung regelmäßig überprüft. Das gesamte Bauwerk sei "dauerhaft angelegt", so Weede. Die Mauer könne erst weg, wenn keine Schadstoffe mehr im Untergrund vorhanden seien.

Zeitplan
BASF geht davon aus, dass die Sanierung noch in diesem Jahr durch das Landratsamt genehmigt wird.Dennoch bereitet man jetzt schon die Vergabe der Arbeiten und Ausschreibungen vor. Die Baustelleneinrichtung würde im Sommer 2015 abgeschlossen, dann würde bis 2017 die Dichtwand und die Oberflächenabdichtung fertiggestellt. Direkt im Anschluss könne das Gelände genutzt werden. Brian sieht dort Industrie oder Gewerbe. Betont wurde, dass es auch während der Sanierung zu keinen Einschränkungen im Betrieb der Kläranlage kommen, die auch von der Kommune mitgenutzt wird. Die Abdeckung wird um die Kläranlage herum verlegt und kann für ein neues Gebäude geöffnet werden.

Der Rundgang und mehr
Mit einem Rundgang entlang der angedachten Dichtungsmauer endete der Termin. Die Präsentation wird auch am morgigen Donnerstag, 15. Mai, von 19 Uhr an im Haus der Begegnung bei der Bürgerinformationsveranstaltung der BASF vorgetragen. Mit dabei sind auch Umweltreferent Georg Lutz vom Landratsamt und Bürgermeister Jörg Lutz. Es soll viel Raum zur Diskussion gegeben werden.