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17. Juni 2010
Die Pflegeoase stellte sich vor
Marion Caspers-Merk, Jana Zirra und Studenten besichtigen die Einrichtung im Emilienpark.
GRENZACH-WYHLEN. Die Pflegeoase im Seniorenzentrum Emilienpark für Menschen mit weit fortgeschrittener Demenz ist etwas Besonderes. Es handelt sich dabei um ein Pilotprojekt in Baden-Württemberg. Marion Caspers-Merk, Leiterin des Fachbereichs Public Health Management an der Dualen Hochschule Lörrach, besuchte am Dienstag mit Studenten das Seniorenzentrum. Auch Jana Zirra, Geschäftsführerin des AWO-Kreisverbandes Lörrach, war gekommen. Heimleitern Brigitte Hanske stellte die Einrichtung und die Pflegeoase vor.
"Wir sind ganz stolz, dass wir diese Pflegeoase haben", betonte die Heimleiterin. Die Pflegeoase mit sechs Plätzen sei ein kleiner, offener Wohnbereich. Hier finden Menschen mit einer weit fortgeschrittenen Demenz einen Ort der Ruhe und Geborgenheit. Im Mittelpunkt stehe das Konzept der integrativen Validation, erläuterte Hanske. Dies sei eine Methode, Menschen mit Demenz wertschätzend zu behandeln. Sie erläuterte den Besuchern die Arbeit in der Pflegeoase, die vor allem biografiebezogen sei. Angeknüpft wird an die Erinnerungen, welche die Menschen noch besitzen. Persönliche Erinnerungsbilder hängen in der Pflegeoase beispielsweise an der Decke über dem Bett jedes Bewohners. Auf diesen Bildern werden biografiebezogene Gegenstände dargestellt. Zur Steigerung des Wohlbefindens tragen auch die Musik- und Aromatherapie sowie ein besonderes Licht- und Farbkonzept bei.
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Die Studenten der Dualen Hochschule Lörrach nutzten die Gelegenheit, Fragen zu stellen und sich über die Arbeit im Seniorenzentrum Emilienpark und speziell in der Pflegeoase zu informieren. Diskutiert wurde unter anderem über Themen wie Bewertungen und Benotungen von Pflegeheimen sowie das Thema Einbett- und Zweibettzimmer. Offizielle Vorgabe seien noch immer Einzelzimmer, erläuterte Zirra. Die Pflegeoase sei demgegenüber ein Mehrbettzimmer. Einzelzimmer seien für Menschen mit fortgeschrittener Demenz nicht so gut, erläuterte Hanske. Caspers-Merk sprach sich für flexible Konzepte aus. Die Studenten erfuhren auch, dass jeder Bewohner seinen Hausarzt hat. Die Hausarztbesuche erfolgen zwischen zweimal wöchentlich bis einmal im Monat. Auch auf die Anforderungen für die Mitarbeiter, die in der Pflegeoase tätig sind, wurde ausführlich eingegangen. Die Mitarbeiter seien begeistert vom Pflege-Konzept, so die Heimleiterin.
Informiert wurde ebenfalls übers Angebot zur Alltags- und Freizeitgestaltung mit Seniorengymnastik, Gedächtnistraining, Kinonachmittagen, Wii-Computerspielen bis hin zu Ausflügen und Gottesdiensten. Ein beliebter Treffpunkt ist das vom AWO-Ortsverein ehrenamtlich geführte Quellenstüble, das täglich geöffnet ist, auch für die Bevölkerung. Hier finden viele Konzerte und Lesungen statt.
Schließlich machte Hanske auf die besondere Lage des Seniorenzentrums mit dem großen Park mit angrenzendem Spielplatz aufmerksam. Der benachbarte Gemeindekindergarten Löwenzahn sei oft zu Besuch im Seniorenzentrum. Außerdem verwies sie auf das im Sommer geplante Projekt "Kinder feiern mit Senioren". Nach dem Gespräch wurde das Seniorenzentrum noch besichtigt.
Autor: Martina Weber-Kroker
