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09. Februar 2012
Fasnacht braucht Hilfe von außen
Der FC Huttingen ist in diesem Jahr Ausrichter des Rosenmontagsballs in Wyhlen / Grenzach-Wyhlener Vereine zeigten kein Interesse.
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Ralf Gentner Foto: reissmann
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Beim Jubiläumsball „50 Jahre Narrenzunft Rolli Dudel“ im Jahr 2009 bewirtete schon einmal ein anderer Verein in der Hochrheinhalle. Die Narrenzunft Hauingen sprang ein, weil sonst niemand gefunden wurde. 2011 hat sich die die Rolli-Dudel-Zunft beim Hauinger Jubiläum revanchiert. Foto: Archiv: Heinz Vollmar
GRENZACH-WYHLEN. "FC Huttingen 1920 e.V. … mehr als nur ein Verein", strahlt einem auf der Homepage des Efringen-Kirchener Fußballclubs entgegen. Was das mit Grenzach-Wyhlen zu tun hat? Ganz einfach: Der FC Huttingen veranstaltet in diesem Jahr den Rosenmontagsball in der Hochrheinhalle in Wyhlen. Laut Rolli-Dudel-Narrenmeister Ralf Gentner ist es das erste Mal, dass ein auswärtiger Verein die Bewirtung übernimmt, weil sich kein einheimischer Verein gefunden hat.
Am Rosenmontag, 20. Februar, wird die närrische Stimmung in der Grenzach-Wyhlener Fasnacht am Kochen sein. Gastgeber beim Kinderball in Wyhlen und beim Rosenmontagsball nach dem Nachtumzug sind in diesem Jahr Mitglieder eines auswärtigen Vereins. 50 bis 65 Mitglieder des FC Huttingen werden ab Montagvormittag bis spät in die Nacht in der Hochrheinhalle arbeiten – mit der Hoffnung, einen vierstelligen Betrag als Gewinn für die Vereinskasse mit nach Hause nehmen zu können. Gentner weiß, dass wohl 5000 bis 7000 Euro beim bewirtenden Verein hängen bleiben.Für Narrenmeister Ralf Gentner ist es eine Premiere. Bisher haben entweder Cliquen der Narrenzunft Rolli-Dudel oder andere Vereine aus Grenzach-Wyhlen die Bewirtung übernommen. Die letzten drei Jahre die Handballabteilung des TV Grenzach. Nachdem man mit deren Organisation nicht zufrieden war, machte sich Gentner auf die Suche nach einem Nachfolger – und staunte, dass sich niemand für diese lukrative Einnahmequelle interessierte. "Man kann gut verdienen am Rosenmontag", sagt er. Vom Ablauf her sehe es so aus, dass die Halleninfrastruktur in Form von Tischen, Bänken, der Bühne und der Küche von der Narrenzunft vorbereitet werden. Der Veranstalter müsse nur noch kommen und verkaufen. "Wir füllen dem Veranstalter eine Halle mit 1200 feierfreudigen Leuten", zeigt er sich erstaunt, in der Heimatgemeinde nur auf ablehnende Haltung gestoßen zu sein.
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Irgendjemand aus der Zunft kannte dann irgendjemanden vom FC Huttingen und von dort aus gab es schnell Interesse. Armin Schauer, er ist "Globaler Ansprechpartner" beim FC Huttingen, berichtet, dass man sich beraten und schnell beschlossen habe, die Veranstaltung zu übernehmen. Feste in anderen Gemeinden zu organisieren ist auch für den FC Huttingen neu. Der Fußballclub, dessen erste Mannschaft in der Kreisliga A spielt, hat insgesamt 450 Mitglieder. 50 bis 65, die laut Schauer "keine großen Fasnächtler" sind, werden am Rosenmontag in zwei Schichten zuerst den Kinderball und am Abend den Erwachsenenball betreuen.
Ralf Gentner vertraut in die Fähigkeiten des Vereins, ein Fest gut zu gestalten. Der FC Huttingen organisiert etwa ein einwöchiges Grümpelturnier, das weit über die Grenzen des Efringen-Kirchener Ortsteils bekannt ist. Sorgen, dass etwas nicht klappen könnte, macht er sich nicht, zumal man sich in regem Kontakt befindet.
Für das Ordnungsamt macht es keinen Unterschied, ob ein heimischer oder auswärtiger Verein bewirtet. Dominic Rago, stellvertretender Ordnungsamtsleiter, bestätigt, dass der Vertrag über die Hallennutzung mit der Narrenzunft geschlossen ist. Die Bewirtungsgenehmigung wurde dem FC Huttingen bereits erteilt.
Es kann durchaus sein, dass die Huttinger nun regelmäßige Gäste in Grenzach-Wyhlen werden. Ralf Gentner meinte, man habe zwar keinen Vertrag abgeschlossen, aber per Handschlag bestimmt, dass es sich um ein langfristiges Engagement handeln soll.
Bleibt die Frage, warum die Narrenzunft nicht selbst bewirtet. Gentner: "Wir haben ja schon den Schmutzige Dunnschdig und den Samstag, wo wir alles selbst machen."
Autor: Ralf H. Dorweiler


