Kesslergrube

Geruchsmelder gesucht in Grenzach-Wyhlen – warum?

Peter Gerigk

Von Peter Gerigk

Di, 08. September 2015 um 21:13 Uhr

Grenzach-Wyhlen

Die Kesslergrube in Grenzach-Wyhlen ist ein großes Sanierungsprojekt – und hierfür sucht der Pharmakonzern Roche nun Spürnasen. Sie sollen "ungewöhnliche Geruchswahrnehmungen" melden.

Roche sucht zwölf Spürnasen. Die Kandidaten müssen mindestens 18 Jahre alt sein, über ein normales Geruchsempfinden verfügen und sich in der Gemeinde häufig im Freien aufhalten. Sie werden von Roche eigens geschult und begleitet, um ihrer Aufgabe gerecht zu werden: ungewöhnliche Geruchswahrnehmungen den Verantwortlichen des Sanierungsprojekts Kesslergrube melden. So ergänzen sie das von Roche aufgebaute Netzwerk von 41 Messstationen, von denen dem Konzern zum Vergleich Nullmessungen vorliegen werden.

Netzwerk von Geruchsmeldern

Roche Pharma AG ist für die Sanierung des Perimeters 1 verantwortlich und übernimmt diese zusätzlich im nordwestlichen Teil des daran angrenzenden Perimeters 3. In diesem westlichen Bereich der Kesslergrube wird Roche die Altlasten ausheben und das Aushubmaterial thermisch entsorgen lassen. Dabei sind Geruchs- und Lärmbelästigungen laut Unternehmensmitteilung nur phasenweise zu erwarten. Dennoch will Roche Vorkehrungen treffen, um dies zu vermeiden. Sollte es bei der auf fünf Jahre angesetzten Sanierung bis Mitte des Jahres 2020 dennoch zu Geruchsemissionen kommen, kündigt Roche an, dagegen wirksam vorzugehen.

Ein Mittel dafür ist das Netzwerk von Geruchsmeldern, das Roche im Begriff ist aufzubauen. Mit den Nullmessungen beauftragt wurde die Firma iMA (Freiburg). Mit Hilfe dieser Werte sollen auffällige Gerüche frühzeitig registriert und bereits ihrer wahrscheinlichen Quelle zugeordnet werden. Davon versprechen sich die Roche-Verantwortlichen um Richard Hürzeler, dem Gesamtprojektleiter Kesslergrube Perimeter 1/3-NW und globalen Roche-Verantwortlichen für Altlasten, die Herkunft des Geruchs identifizieren, geeignete Maßnahmen dagegen einleiten und sie auf ein Minimum reduzieren oder gar unterbinden zu können – sollten sie denn überhaupt in Zusammenhang mit der Sanierung der Kesslergrube stehen und auch in den Verantwortungsbereich des Unternehmens gehören.

Ist die Ursache für Emissionen bei der Sanierung zu suchen?

Ein Nebeneffekt dieser Messungen ist auch, bei Beschwerden feststellen zu können, ob die Ursache für Emissionen überhaupt bei der Sanierung zu suchen ist. Roche liegt daran, die Bevölkerung darüber zu informieren, dass die Verantwortlichen präventive Maßnahmen ergreifen, um Emissionen zu reduzieren, und an wen von Lärm und Geruch betroffene Bürger sich wenden können.

Was genau geplant ist, darüber gibt das Unternehmen bei der Informationsveranstaltung am Donnerstag, 1. Oktober, im Haus der Begegnung Auskunft. Die Sanierung begann am 31. August mit den Vorbereitungen für den Bau der Schiffsanlegestelle am Rhein. Die Arbeiten finden nur von montags bis freitags, zwischen 7 und 18 Uhr, statt. Roche plant neben den baulich-technischen Schutzmaßnahmen vor Baulärm und Geruchsemissionen auch die Einrichtung einer Meldestelle und Informationsdienste in Bauphasen mit erhöhter Emission.
Infos

Termin: Informationsveranstaltung von Roche über Geruchs- und Lärmmaßnahmen, Donnerstag, 1. Oktober, von 19 bis 21 Uhr, im Haus der Begegnung.
Anmeldung: Einfach über die Website http://www.kesslergrube.de/perimeter1 oder über die Kontaktstelle Kesslergrube, Tel.  07624/1427 00, oder per E-Mail an die Adresse perimeter1@kesslergrube.de bei Roche als Kandidat für die Geruchsmelder melden.

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