Gewerbe traut Gemeinderat

Ralf H. Dorweiler

Von Ralf H. Dorweiler

Sa, 09. Februar 2013

Grenzach-Wyhlen

Umfrage des Handwerker- und Gewerbevereins unter Mitgliedern zur Zimmermann-Ansiedlung.

GRENZACH-WYHLEN. Die Handwerker und Gewerbetreibenden der Gemeinde haben ihre Ansichten zur Ansiedlung des Chemierecyclers Zimmermann zusammengetragen. Joachim Schlageter und Michael Schwab, die beiden Vorsitzenden, stellten am Freitag im Hotel Villetta die Ergebnisse der Presse vor. Klar ist, dass viele Arbeitsplätze von der Industrie abhängig sind.

Man habe wissen wollen, wie die Mitgliedsbetriebe sich positionieren, erklärte Joachim Schlageter zu Beginn. An alle 108 Mitgliedsbetriebe schickte er eine Mail mit Fragen, wovon 43 antworteten. Mit dem Rücklauf von 40 Prozent ist man zufrieden, weiß allerdings auch, dass es sich nicht um eine repräsentative Befragung handeln kann. Das klarste Ergebnis der Befragung: 98 Prozent wollen, dass Grenzach-Wyhlen auch in Zukunft Standort der chemisch-pharmazeutischen Industrie bleibt. Lange Zeit habe man von der Industrie gelebt und damit in der Gemeinde einen guten Standard erzielt, so Michael Schwab. Das komme nicht von irgendwo. Auch dass die Kaufkraft zu einer der höchsten in Baden-Württemberg zähle, sei letztlich der Industrie zu verdanken.

Nur 29 Prozent wollen einen Bürgerentscheid

Konkret auf die Ansiedlung der Firma Zimmermann zielte die zweite Frage. 39 Prozent sind dafür, 32 Prozent halten sich neutral und 29 Prozent sprechen sich gegen den Chemierecycler aus. In Kommentaren wurde von vielen die zusätzliche Verkehrsbelastung als problematisch gesehen, eine rasche Umsetzung der Umgehung auch für Wyhlen wurde als wichtig bezeichnet.

Die Entscheidung über die Ansiedlung wollen 71 Prozent der teilnehmenden Mitgliedsbetriebe dem vom Bürger gewählten Gemeinderat überlassen. Offenbar sieht man sich dort gut vertreten. 29 Prozent wollen lieber alle über einen Bürgerentscheid an der Frage der Ansiedlung beteiligen.

16 Prozent der Unternehmen gaben an, ihre Arbeitsplätze stünden in direktem Zusammenhang mit den chemischen Betrieben in Grenzach. 70 Prozent sahen ihre Arbeitsplätze indirekt betroffen.

Die Umfrage, so Schlageter, sei auf der Grundlage einer Rahmenvereinbarung der Gemeinde mit der Industrie gestellt worden, dass es eine gemischte Nutzung des Geländes als Industrie- und Gewerbefläche sein solle und maximal ein Entsorger dort angesiedelt werden dürfe.

Schlageter und Schwab betonten zudem die Bedeutung der Umgehungsstraße. Die müsse man mit aller Macht vorantreiben, so Schwab. Denn auch neues Gewerbe würde neuen Verkehr bedeuten. "Auch die Zimmermann-Gegner müssen für die Umgehungsstraße einstehen", forderte er. Schlageter forderte von der Industrie, klare Stellungnahmen abzugeben, wie sie ihre Zukunft in Grenzach-Wyhlen einschätzen.