Greenpeace mischt jetzt mit

Ralf Staub

Von Ralf Staub

Sa, 06. Dezember 2014

Grenzach-Wyhlen

BI Zukunftsforum in Kontakt mit weiteren Organisationen gegen die Umspundung der Keßlergrube.

GRENZACH-WYHLEN. Die Bürgerinitiative Zukunftsforum wird ihren Kampf gegen die Umspundung des Chemiemülls im Perimeter 2 der Keßlergrube fortsetzen. Dabei wird zweigleisig gefahren: Zum einen wird die Gemeinde bei ihren juristischen Schritten unterstützt, zum anderen sollen der Bevölkerung noch mehr die Konsequenzen der Einkapselung vermittelt werden. Am Donnerstag fand ein Treffen der Initiative statt, als Reaktion auf die vom Landratsamt ereilte Genehmigung zur Umspundung durch die Firma BASF. Auch für den BUND geht das Thema weiter.

Bereits in der kommenden Woche ist die BI dabei, wenn sich Bürgermeister und Mitglieder des Gemeinderates in Sachen Keßlergrube mit dem renommierten Verwaltungsjuristen Reinhard Sparwasser aus Freiburg treffen. Die juristischen Schritte wolle man der Gemeinde überlassen, so BI-Sprecher Manfred Mutter, "aber wir sind jederzeit bereit, unser Fachwissen zur Verfügung zu stellen".

In den kommenden Wochen, während der Einspruchsfrist gegen die Genehmigung, plant das Zukunftsforum auch einige Aktionen – möglicherweise mit Unterstützung: "Greenpeace Basel hat uns kontaktiert", erklärt Mutter. Terminlich sei die Vorweihnachtszeit allerdings "ungeschickt" für Aktionen meint er. Greenpeace Schweiz hatte bereits bei der Sanierung der Hirschackergrube vor Jahren auf einen Totalaushub gedrängt.

Bereits im Januar geht es aber weiter mit einer Flyeraktion: Die BI will verstärkt Aufklärung leisten, damit die breite Bevölkerung erkennt, welche Konsequenzen sich aus der im Boden verbleibenden Altlast ergeben. "Bei der Zimmermann-Ansiedlung war es einfacher zu vermitteln, dass täglich 80 Lastwagen kommen", meint Mutter, der auch die Verbindung zu den zwei Themenkreisen herstellen will: "Wir finden es nicht fair, dass die Firma BASF noch immer versucht Zimmermann anzusiedeln und einen Vertrag über 35 Jahre abzuschließen", sich selbst aber aus dem Staub machen könne, wann immer ihr der Standort nicht mehr passe. "Wir haben damit genau die Planungssicherheit nicht, die die Industrie immer für sich fordert", beklagt Mutter.

Das Zukunftsforum hat mittlerweile auch Kontakt zu anderen Bürgerinitiativen in der Region, etwa zu Muttenz, wo ebenfalls Chemiealtlasten im Boden schlummern. "Wir wollen die Bürgerinitiativen zusammenführen", sagt Mutter, "schließlich haben wir alle dieselben Probleme". Kontakte hat die BI auch nach Riehen und ins Elsass.

"Wir sind nicht zufrieden, es geht auf alle Fälle weiter", sagt Herwig Eggers, Vorsitzender der BUND-Ortsgruppe, der keine Veranlassung sieht, die bisherige Linie mit der Forderung nach einer dauerhaften Entfernung der Altlast zu verlassen. Er steht in Kontakt mit Regional- und Landesverband, um die möglichen Optionen abzuklären. Er will dabei nicht nur auf die juristische Schiene setzen, die die Gemeinde fährt, sondern auch auf die politische: Viele Nachteile, die die Gemeinde erleidet, würden in der Genehmigung nicht abgebildet, findet Eggers.