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23. November 2011
Grüne wollen bei S 21 jetzt nicht aufgeben
Informationsveranstaltung mit Appell, zur Abstimmung zu gehen.
GRENZACH-WYHLEN (art). "Stuttgart 21 – Was geht uns das an? Was haben wir davon?" Diese Fragen standen im Mittelpunkt beim Informationsabend von Bündnis 90/Die Grünen am Montagabend im evangelischen Gemeindehaus in Grenzach. Günther Holl, zweiter Vorsitzender, stellte in seiner Präsentation Hintergründe, Daten und Fakten dar.
"Stuttgart 21 geht uns sehr viel an", erklärte Annette Grether. Das Geld, das für Stuttgart 21 ausgegeben werde, fehle im Landeshaushalt für andere wichtige Dinge. Es handle sich um ein "Prestige-Projekt". Weiter fragte sie: "Braucht man in der heutigen Zeit überhaupt noch solche Prestige-Projekte?" Höchstwahrscheinlich sei Stuttgart 21 ein "Fass ohne Boden und nicht zukunftsfähig", beantwortete sie ihre Frage selbst.
Günther Holl warf einen Blick zurück auf die Geschichte des Projektes Stuttgart 21. Im Jahre 1992 sei die Idee, den Kopf- zum Durchgangsbahnhof zu verändern, euphorisch in die Öffentlichkeit getragen worden. Er erinnerte an das Versprechen der Bahn, der neue Hauptbahnhof sei doppelt so leistungsfähig wie der bisherige.
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Zur Frage "Was haben wir von Stuttgart 21?" meinte Holl: "Nichts", denn der Tiefbahnhof bringe keine Fahrzeit-Verbesserung und der Reise-Komfort nehme ab, wie er ebenfalls ausführlich darstellte. Zum Stresstest erklärte er, dieser berücksichtige viele Störungen nicht, dafür gebe es bauliche und betriebliche Mängel in den geplanten Tunneln, bei den Bahnsteigen mit einem starken Gefälle von 15 Promille, beim Fahrplan (doppelt belegte Bahnsteige und halbe Gleiszahl), bei den Fahrzeiten sowie den Halte- und Umsteigezeiten.
Die gesamte Planung sei unbrauchbar, unzumutbar und eine Fehlplanung, so Holl. S21 werde außerdem zum Nadelöhr im Netz und auch der S-Bahn-Takt werde störanfällig.
Weitere Themen waren die Kosten von S21 und der "Preis für den Ausstieg". Die Lobbyisten von Stuttgart 21 würden von 1,5 Milliarden Euro Ausstiegskosten sprechen. Belegen könnten sie diese Zahl nicht, erklärte Holl. Seriöse Berechnungen gingen lediglich von bis zu 0,35 Milliarden Euro aus. Ob im Falle eines Ausstiegs überhaupt Kosten auf das Land zukommen, sei reine Spekulation.
Auch wenn sich laut aktueller Umfragen derzeit eine Mehrheit für das S21-Projekt ausspricht, meinte Annette Grether zum Abschluss der Veranstaltung: "Wir sollten jetzt nicht aufgeben und sagen, es ist zu spät." Sie appellierte an alle, am kommenden Sonntag zur Abstimmung zu gehen.
Autor: art
