Immer für alle eine offene Tür gehabt

Ralf H. Dorweiler

Von Ralf H. Dorweiler

Mo, 24. Juli 2017

Grenzach-Wyhlen

Nach zehn Jahren als Schulleiter des Lise-Meitner-Gymnasiums wurde Manfred Stratz in ein Sabbatjahr und den Ruhestand verabschiedet.

GRENZACH-WYHLEN. Zehn Jahre lang ging im Lise-Meitner-Gymnasium (LMG) an Manfred Stratz kein Weg vorbei. Am Freitag wurde er nun verabschiedet. Er verlässt die Schule, nimmt ein Sabbatjahr und geht anschließend in den Ruhestand. Viele Weggefährten, Kollegen und Freunde waren am Freitagnachmittag gekommen, um ihm alles Gute zu wünschen und sich für seinen Einsatz zu bedanken.

Dass Manfred Stratz als Schulleiter stets vorrangig die Belange seiner Schüler im Auge hatte und für alle immer eine offene Tür, war der Tenor der zahlreichen Reden des Abends. Frank Oppermann, der stellvertretende Schulleiter des LMG, führte durch die Programmpunkte. Thomas Steiner, leitender Regierungsschuldirektor am Regierungspräsidium Freiburg, hatte sich von den Akten inspirieren lassen und warf einen ausgiebigen Blick auf die Geschichte der Person Manfred Stratz. Stratz ist in St. Märgen aufgewachsen, studierte Germanistik und Geschichte und war nach dem Referendariat zunächst von einem Einstellungsstopp betroffen. Als Musiker war er in verschiedenen Bands unterwegs und veröffentlichte auch eine eigene Single unter dem Künstlernamen "Manfred Parker". Christoph Bigler, Leiter der Realschule, sein Stellvertreter Volker Greßlin und Ernst Niepmann von der Lindenschule hatten die alte Platte sogar ausgegraben.

1984 begann Stratz seinen Dienst am LMG, ging von 1991 bis 2002 an die Europäische Schule in Luxemburg und unterrichtete anschließend in Rheinfelden am Georg-Büchner-Gymnasium, bis er vor zehn Jahren als Direktor wieder nach Grenzach-Wyhlen zurückkehrte. Bürgermeister Tobias Benz lobte Stratz als "engagierten Schulleiter, der seine Tätigkeit bis zuletzt leidenschaftlich ausübt". Dass das Schulzentrum so gute Rahmenbedingungen bieten könne, sei auch Stratz zu verdanken – und der Tatsache, dass die beiden Schulen nach außen stets mit einer gemeinsamen Stimme gesprochen hätten. Auch Franziska Habeck und Florian Wiest sprachen als Schülervertreter an, dass die Bedingungen zum Lernen am LMG modern seien. Die Schüler schenkten Stratz ein T-Shirt, auf dem viele der mehr als 500 Schüler unterschrieben haben.

Michael Weber von der Bärenfelsschule verabschiedete sich ebenso von Stratz wie Inge Oppenhäuser vom Personalrat, die dem scheidenden Leiter bescheinigte, ihre eigene Pünktlichkeit verbessert zu haben, weil er immer mahnend auf die Uhr gezeigt habe, wenn jemand zu spät gewesen sei. Kati Hertoge und Simone Chambers, die Vorsitzenden des Elternbeirats, hatten eine Schülerumfrage gestartet, bei der herauskam, dass Stratz viel rede, oft braune Jacken trage und "auch außerhalb der Schule immer höflich grüßt". Christina Mathesius vom Freundeverein des LMG wünschte sich, dass Stratz auch noch nach seinem Abschied lange ein Freund der Schule sein möge.

Stratz selbst sorgte für den rührendsten Moment des zumeist fröhlichen Nachmittags, dem aber auch immer eine Spur Wehmut anhing. Er begrüßte besonders seine Mutter Rosa, die ihn als kleinen Märgener Bub am ersten Schultag zur Schule gebracht hatte und ihn nun, mehr als 55 Jahre später wieder abholte.

Stratz’ Abschiedsrede zeugte von der Freude, wieder einen neuen Lebensabschnitt zu starten. Humorvoll und hintergründig sagte er: "Von jetzt an geht mein Blick nach vorn!" Dabei hob er ein T-Shirt an, das er als seine "neue Arbeitskleidung" bezeichnete. Darauf stand: "Gar nichts muss ich!" Sein Dank galt seiner Familie, ganz vorweg seiner Frau Frieda, dem Regierungspräsidium für ein "stets offenes Ohr und Hilfe auch in schwierigen Zeiten", seinen Kollegen, dem Schulträger, aber auch denen, die sonst zu oft vergessen würden, etwa dem Sekretariat, den Mitarbeitern der Mensa und dem Putzdienst. Und natürlich den Schülern.

Die bedankten sich auch auf ihre Weise: Die Zirkus-AG präsentierte mitreißende Akrobatik und lustige Clownerie, am Akkordeon spielten Janko Novak und Max Rieser auf, und Enna Fosseler brillierte vor der Eröffnung des Buffets mit ihrem gefühlvollen Gesang mit Gänsehautgarantie, am Piano Tim Sontheimer.

Ein Fotoalbum von der Verabschiedung von Manfred Stratz finden sie auf http://mehr.bz/stratzabschied