Stellenabbau

Kaum einer wechselt zur BASF nach Ludwigshafen

Ralf H. Dorweiler

Von Ralf H. Dorweiler

So, 07. Oktober 2012 um 20:13 Uhr

Grenzach-Wyhlen

Der Abbau von Arbeitsplätzen der BASF am Standort Grenzach schreitet voran. Von den 840 Mitarbeitern haben bereits 500 das Werk verlassen, kaum einen zieht es zur BASF nach Ludwigshafen.

Viele haben sich in der Region beworben und auch Stellen gefunden. Wie Heiko Wodarkiewicz, der Betriebsratsvorsitzende des BASF-Werks Grenzach, auf BZ-Anfrage mitteilte, haben sich von diesen 500 Personen nur knapp 20 Kollegen entscheiden können, das Angebot der Arbeitgeberseite anzunehmen, an den Hauptsitz des Konzerns nach Ludwigshafen zu wechseln.

Aktuell sind noch 340 Beschäftigte im Grenzacher Werk beschäftigt, wovon viele am Ende 2012 das Unternehmen verlassen werden. Auch diese hätten noch die Möglichkeit, sich bis dahin für einen Wechsel nach Ludwigshafen zu entscheiden. Ob sie dies aber annehmen würden, wisse er nicht, so Wodarkiewicz. Von vielen Kollegen hatte er gehört, dass diese mit der Region zu sehr verbunden sind, um einfach in eine andere Stadt wechseln zu können. Ungefähr weitere 50 Mitarbeiter werden bis Ende 2013 in Altersteilzeit gehen, womit bis Anfang 2014 noch 186 Stellen in Grenzach existieren werden.

"Die Stimmung ist nicht schlecht im Werk", so der Betriebsratsvorsitzende, "aber sie ist beileibe auch nicht gut zu nennen." Es falle schwer, langjährige Kollegen gehen zu sehen. Dazu komme, dass man die Zurückhaltung des globalen Marktes auch in Grenzach zu spüren bekomme. Über Weihnachten werde die Produktion bis auf einen Bereich abgestellt. Auch habe es eine Investitionszusage für ein Produktionsleitsystem gegeben, der entsprechende Investitionsantrag sei aber nicht einmal abgegeben worden, weil man zunächst abwarten wolle, wie sich die wirtschaftliche Lage entwickle. "Investitionen sind also erst einmal ausgesetzt", so Wodarkiewicz.

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