Kesslergrube

KOMMENTAR: Blicke in die Zukunft

Ralf Dorweiler

Von Ralf Dorweiler

Sa, 19. Oktober 2013

Grenzach-Wyhlen

"Wie lange wird die Umspundung halten?", war eine der letzten Fragen des Bürgerinformationsabends. Mit der Antwort 30 bis 50 Jahre wurden viele Befürchtungen der Besucher bestätigt. Auch wenn betont wurde, dass die Nutzungsdauer durch Reparaturen immer wieder verlängert werde, der Ingenieur sogar sagte, der Bau sei auf mindestens 100 Jahre ausgelegt, fehlt offenbar doch vielen das Vertrauen ins langfristig sichere Bauen. Georg Lutz vom Landratsamt beschwor zwar das Bild des Wasserkraftwerks, das seit mehr als 100 Jahren auf schwierigerem Standort sicher steht, aber die Besucher hatten noch eine andere Zahl im Kopf. Es gibt wohl Stoffe in den Gruben, die auch nach 10 000 Jahren noch nicht vollständig abgebaut wären. Da gerät die Frage, wie lange die BASF noch in Grenzach bleiben wird, in den Hintergrund. Es stellt sich vielmehr die, wie lange sich die BASF wirklich um die Altlast kümmern wird. Wer kann heute vorhersehen, wie das Unternehmen in 50 Jahren dasteht? Oder in 500? Oder in 5000 Jahren?

Definitiv können solche Fragen aber kein Grund sein, ein Feindbild gegen die BASF aufzubauen. Einkapselung und Überdeckelung entsprechen vollkommen Recht und Gesetz. Auch das Landratsamt würde gar nicht anders können, als die Einspundung zu genehmigen, die vielerorts erfolgreich angewendet wird. Leider stimmen Gesetze und gesunder Menschenverstand aber nicht immer überein. Darum ist es lobenswert, dass gemeinsam ein unabhängiges Gutachten unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit in Auftrag gegeben werden soll. Jetzt muss nur der richtige Gutachter gefunden werden – und dessen Ergebnisse umgesetzt.