Kesslergrube

KOMMENTAR: Konsequenz hilft weiter

Ralf Staub

Von Ralf Staub

Do, 25. Juli 2013

Grenzach-Wyhlen

Ein solches Einvernehmen ist wirklich selten: Kein Blatt Papier passt zwischen Gemeinderat, Verwaltung und Bürgerinitiative, wenn es um die Kesslergrube und die Positionierung gegenüber der Firma BASF geht: Die Beseitigung des Chemiemülls ist das Ziel, nicht seine Konservierung, weil dadurch der Begriff der Nachhaltigkeit arg strapaziert wird. Doch die Forderungen gegenüber der BASF ist eine Sache, die Konsequenzen für das eigene Verhalten eine andere. Denn die Gemeinde muss tief in die Tasche greifen, entweder um eine neue Kläranlage zu bauen oder neue Wege zur Abwasserbeseitigung zu finden. Dass die Reihen dafür zumindest in der jetzigen Sondierungsphase auch geschlossen sind, ist äußerst respektabel und kann auch beim Chemiekonzern doppelt Eindruck machen. Gemessen an der finanziellen Leistungskraft tun zum einen der Gemeinde 30 Millionen Euro für eine Kläranlage fast noch mehr weh, als der BASF 250 Millionen für einen Totalaushub ihrer Altlast. Zum anderen hilft die Konsequenz in der Frage der Sanierung auch bei einem noch immer drohenden juristischen Nachspiel zur Zimmermann-Ansiedlung und dem Erlass der Veränderungssperre weiter: Wenn die Gemeinde die Ernsthaftigkeit ihrer Bemühungen verdeutlicht, das von der BASF mehr und mehr aufgegebene Areal anders zu nutzen, dann werden es auch die versiertesten Konzernjuristen schwer haben, daran Zweifel zu schüren.